Diese Prozesse stehen 2026 in Bayern an

Welche Fälle beschäftigen im neuen Jahr die Justiz? Vom
Audi-Dieselskandal über Mordprozesse bis zum Allgäuer
Tierschutzskandal - ein Überblick über die wichtigsten Termine.

München (dpa/lby) - An den Gerichten im Freistaat steht im neuen Jahr
eine Reihe bedeutender Verfahren an. So beginnt etwa der Prozess um
den Mord an einem 15-Jährigen im Juni des vergangenen Jahres im
Fränkischen Seenland. In München kommt der mutmaßliche Täter des
tödlichen Auto-Anschlags auf eine Demonstration vor Gericht. Zudem
stehen Entscheidungen im Wirecard-Prozess und zur Klage gegen den
Pharmakonzern Astrazeneca an - ein Überblick:

Anschlag auf Münchner Verdi-Demo

Am 16. Januar beginnt der Prozess nach dem Auto-Anschlag auf eine
Verdi-Demonstration in München mit zwei Toten. Der Angeklagte soll
sein Auto am 13. Februar 2025 in der Münchner Innenstadt gezielt in
eine Veranstaltung der Gewerkschaft gelenkt haben. Dabei wurden die
37-jährige Amel, eine Mitarbeiterin der Stadt, und ihre zweijährige
Tochter Hafsa so schwer verletzt, dass sie wenig später im
Krankenhaus starben. 44 weitere Menschen trugen zum Teil
lebensgefährliche oder schwere Verletzungen davon. 

Dem zur Tatzeit 24 Jahre alten Afghanen werden unter anderem
zweifacher Mord, versuchter Mord in 44 Fällen sowie gefährliche
Körperverletzung vorgeworfen. Nach Erkenntnissen der Ermittler beging
der Angeklagte die Tat «aus einer übersteigerten religiösen
Motivation» heraus. Es sind 38 Termine bis zum 25. Juni anberaumt. 

AfD-Politiker Halemba

Der umstrittene AfD-Politiker Daniel Halemba steht vom 7. Januar an
vor dem Amtsgericht Würzburg. Die Staatsanwaltschaft wirft dem
24-Jährigen Volksverhetzung, Geldwäsche, Sachbeschädigung, Nötigung

und versuchte Nötigung vor. Acht Verhandlungstage sind terminiert.
Auf Halembas Geburtstagsfeier im Juli 2022 sei unter anderem das Lied
«Wacht an der Spree» der Band Landser abgespielt worden, die als
kriminelle Vereinigung eingestuft ist. In dem Text wird laut
Anklagebehörde zum Hass gegen die in Deutschland lebende türkische
Bevölkerung angestachelt. 

Halemba argumentiert, er sei zur fraglichen Zeit bei der Feier
überhaupt nicht anwesend gewesen. Der Politiker weist diesen und die
anderen Vorwürfe zurück. Er geht nach eigenen Worten davon aus, dass
es zu einem Freispruch kommt. 

Audi-Dieselskandal

Im Februar beginnt der zweite Strafprozess zum Audi-Dieselskandal.
Dann sollen sich vier ehemalige Mitarbeiter, darunter zwei frühere
Vorstände, vor dem Landgericht München II verantworten. Ihnen wird
unter anderem Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare
Werbung vorgeworfen. Das Verfahren könnte - wie bereits der erste
Audi-Prozess - lange dauern. Beginnend mit dem 2. Februar sind
bereits 50 Verhandlungstage angesetzt. Vorsitzender Richter wird
Andreas Bayer sein. Der erste Audi-Prozess hatte sich über mehr als
170 Tage gezogen. Am Ende wurden die dort angeklagten ehemaligen
Audi-Mitarbeiter - darunter Ex-Chef Rupert Stadler - zu
Bewährungsstrafen verurteilt. Dieses Urteil ist noch nicht
rechtskräftig.

Messerangriff von Mellrichstadt

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Messerstecher von Mellrichstadt
beginnt am 16. März. Der 22-Jährige soll im Juli 2025 auf eine
Kollegin eingestochen haben. Die 59-Jährige starb. Die
Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten Mord vor, begangen aus
Mordlust sowie heimtückisch. Zunächst hatten die Ermittler
angenommen, dass der 22-Jährige bei dem Angriff schuldunfähig gewesen
sein könnte - dafür sieht ein Sachverständiger allerdings keine
Hinweise. Der 22-Jährige hat die Vorwürfe laut Staatsanwaltschaft
eingeräumt und angegeben, «einen inneren Drang zur Tötung eines
Menschen verspürt zu haben». Das Landgericht Schweinfurt hat sechs
Verhandlungstermine bis zum 14. April bestimmt. 

Zwei Tote bei Feiern an einem Tag

Am 23. März 2025 starben gleich zwei Menschen bei Feiern in Bayern.
Gegen die mutmaßlichen Täter beginnt im Januar jeweils ein
Mordprozess am Nürnberger Landgericht. Einem 43-jährigen Syrer wirft
die Staatsanwaltschaft vor, in Parsberg (Landkreis Neumarkt in der
Oberpfalz) anlässlich eines kurdischen Kulturfestes mit einem Cousin
in Streit geraten zu sein. Dabei soll er seinen 39 Jahre alten
Angehörigen mit einem Messer tödlich verletzt haben. 

Motiv für die Tat ist laut Staatsanwaltschaft Rache für den
gewaltsamen Tod der Schwester des Angeklagten vor rund 20 Jahren. Der
43-Jährige soll demnach seinen syrischen Cousin dafür verantwortlich
gemacht haben. Der Mordprozess beginnt am 9. Januar, ein Urteil
könnte Ende Februar 2026 verkündet werden.

In Fürth soll ein 27-Jähriger auf einer Hochzeitsfeier - ebenfalls am
23. März - einen 47-Jährigen gezielt mit mehreren Schüssen in den
Oberkörper getötet haben. Das Motiv soll ein Streit um
Geldforderungen für den Unterhalt von Kindern gewesen sein. Die
Staatsanwaltschaft wirft dem Franzosen Mord vor. Prozessbeginn ist am
21. Januar - ein Urteil könnte Ende März fallen.

Entscheidung über Klage gegen Astrazeneca

Im Prozess um die Klage einer Frau aus Oberfranken gegen den
Impfstoffhersteller Astrazeneca wegen eines mutmaßlichen Impfschadens
wird am 26. Januar das Urteil erwartet. Die mittlerweile 35 Jahre
alte Frau aus Hof fordert von dem Pharmakonzern vor dem
Oberlandesgericht Bamberg mindestens 250.000 Euro Schmerzensgeld,
17.200 Euro für einen Verdienstausfall und bis zu 600.000 Euro für
künftige Beeinträchtigungen.

Sie hatte sich im März 2021 mit dem Covid-19-Vakzin «Vaxzevria» von
Astrazeneca impfen lassen und danach eine Darmvenenthrombose
erlitten. Sie fiel in ein Koma und verlor einen Teil ihres Darms. Der
Anwalt der Frau sieht dies als Impfschaden und eine mögliche
Nebenwirkung des Impfstoffs. Das Landgericht Hof hatte die Klage der
Frau im Januar 2023 in erster Instanz abgewiesen, da es weder einen
Produktfehler noch einen Informationsfehler im Zusammenhang mit dem
Impfstoff feststellte. Dagegen legte die Frau Berufung ein.

Cold Case Sabine

Mehr als 32 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der 13-jährigen Sabine in
Unterfranken wird der Fall vermutlich 2026 erneut vor Gericht
verhandelt. Der Bundesgerichtshof hob das im Dezember 2024 gefallene
Mordurteil des Landgerichts Würzburg auf. Nun muss sich eine andere
Kammer erneut mit der Sache befassen. Die Staatsanwaltschaft ist
überzeugt, dass der Angeklagte, der zur Tatzeit 17 Jahre alt war, das
Mädchen am 15. Dezember 1993 auf einem abgelegenen Reiterhof in
Karlstadt-Wiesenfeld (Landkreis Main-Spessart) sexuell missbrauchte,
tötete und in eine Güllegrube warf. Der 49-Jährige war zu
sechseinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt worden, ging aber in
Revision. 

Wirecard

In der ersten Jahreshälfte wird voraussichtlich nach über drei Jahren
der im Dezember 2022 eröffnete Wirecard-Prozess enden. Dann wird die
IV. Kammer des Landgerichts München I das Urteil über den früheren
Wirecard-Vorstandschef Markus Braun und seine beiden Mitangeklagten
sprechen, die wegen Bandenbetrugs, Untreue und weiterer Vorwürfe
angeklagt sind. Der einstige Dax-Konzern war im Juni 2020 kollabiert,
weil in der Bilanz verbuchte Treuhandguthaben in Höhe von 1,9
Milliarden Euro nicht auffindbar waren.

Laut Anklage sollen Braun und Komplizen die Bilanzen gefälscht haben,
um den eigentlich defizitären Konzern mit Hilfe von Bankkrediten über
Wasser zu halten. Der seit knapp fünfeinhalb Jahren in
Untersuchungshaft sitzende Braun weist seit Prozessbeginn jede
Verantwortung zurück und sieht sich selbst als unschuldiges Opfer
einer Bande um den abgetauchten früheren Vertriebsvorstand Jan
Marsalek. Die Richter haben jedoch mehrfach deutlich gemacht, dass
sie dieser Darstellung nicht glauben.

Tötungsdelikt im Fränkischen Seenland

Ab dem 22. Januar beschäftigt sich das Landgericht Ansbach mit dem
mutmaßlichen Mord an einem 15-Jährigen im Pleinfelder Ortsteil
Ramsberg am Brombachsee. Eine zum Tatzeitpunkt 19-Jährige steht im
Verdacht, den Jugendlichen im Juni 2025 an einer Bushaltestelle mit
der Faust geschlagen und mit einem Taschenmesser tödlich am Hals
verletzt zu haben. Der Jugendliche starb noch vor Ort. 

Dem Angriff war ein Streit vorausgegangen, bei dem sich die Deutsche
dem Opfer gegenüber höchstwahrscheinlich rassistisch geäußert haben

soll, wie es von der Staatsanwaltschaft heißt. Das Opfer habe die
deutsche und die brasilianische Staatsangehörigkeit. «Dass
Ausländerfeindlichkeit tragendes Motiv der Tat war, haben die
Ermittlungen nicht ergeben», teilte die Behörde mit. Das Landgericht
hat zunächst bis Anfang März insgesamt sechs Verhandlungstermine
angesetzt.

Justizfall Joachim Wolbergs

Der ehemalige Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs steht
voraussichtlich ab dem Frühjahr erneut vor Gericht. In dem Verfahren
am Landgericht München I geht es um die teilweise Neuverhandlung des
Parteispenden-Prozesses vor dem Landgericht Regensburg 2018/19.
Hintergrund war der Kommunalwahlkampf von Wolbergs im Jahr 2014. In
dem Regensburger Prozess war Wolbergs wegen zwei Fällen der
Vorteilsnahme verurteilt worden, blieb aber straffrei. Von weiteren
Vorwürfen war er freigesprochen worden. Dieses Urteil hob der
Bundesgerichtshof im November 2021 in Teilen auf, beanstandete es als
zu milde und verwies es zur Neuverhandlung an eine
Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München I. 

Cold Case Maria

Mehr als 41 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer angehenden
Krankenschwester in Unterfranken könnte es im neuen Jahr endlich
einen Prozess in der Sache geben. Zwar liegt noch keine Anklage vor,
aber die Ermittler haben einen Verdächtigen, der in Untersuchungshaft
sitzt und die Tat gestanden hat. DNA an der mutmaßlichen Tatwaffe
stammt laut Staatsanwaltschaft Aschaffenburg mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit von dem Mann, der früher mit dem Opfer
liiert war. 

Die 19-jährige Maria war am 30. Juli 1984 mit einem Schal in einem
Wohnheim für angehende Krankenschwestern in Aschaffenburg
stranguliert worden. Seit der Tat geht die Polizei davon aus, dass
der damalige Ex-Freund der jungen Frau der Täter ist. Der heute
66-Jährige war nach seiner Festnahme in der Türkei im September 2025
nach Deutschland überstellt worden war. 

Erneuter Prozess im Allgäuer Tierschutzskandal

In Memmingen beginnt am 20. Januar eines der zentralen Verfahren im
sogenannten Allgäuer Tierschutzskandal. Angeklagt sind zwei Landwirte
und zwei Angestellte eines Hofes aus Bad Grönenbach. Ihnen wird
vorgeworfen, bei 58 kranken Rindern nicht dafür gesorgt zu haben,
dass diese von einem Tierarzt behandelt oder notgetötet werden, wenn
eine Behandlung aussichtslos wäre. Das Verfahren wurde bereits im
Oktober 2023 erstmals gestartet, zunächst noch mit sechs Angeklagten.
Damals legten zwei Angestellte des Milchviehbetriebs Geständnisse ab
und wurden zu Geldstrafen verurteilt. Gegen die übrigen vier
Beschuldigten wurde das Verfahren ausgesetzt, so dass es nun zu einer
Neuauflage kommt.

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