Kassenärzte-Chef für Gebühr bei Arztbesuch
Wie sind steigende Milliardenkosten für die medizinische Versorgung
unter Kontrolle zu bekommen? Verbandsvertreter machen Vorschläge -
zulasten von Patienten.
Berlin (dpa) - Angesichts stark steigender Kosten für die
gesetzlichen Krankenkassen gibt es Forderungen nach einer stärkeren
finanziellen Beteiligung von Patienten bei Arztbesuchen und
Krankenhausaufenthalten.
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas
Gassen, forderte in der «Bild» eine «Kontaktgebühr» bei jedem
Arztbesuch. «Sie könnte, wie zum Beispiel in Japan, bei drei oder
vier Euro liegen und sollte von den Krankenkassen eingezogen
werden. So könnte die Einnahmebasis der Kassen erhöht werden», sagt
e
Gassen. Die Gebühr müsse sozialverträglich gestaltet werden, damit
niemand überfordert werde.
Höhere Zuzahlung bei Krankenhausaufenthalten?
Der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald
Gaß, forderte in der «Bild»: «Die Zuzahlung bei
Krankenhausaufenthalten sollte verdoppelt werden: von zehn auf 20
Euro am Tag. Das ist angemessen.» Das bringe den Krankenkassen
zusätzlich rund 800 Millionen Euro im Jahr.
Auch Patienten, die künftig ohne vorherige telefonische Beratung die
Notfallzentren der Krankenhäuser aufsuchen, sollten laut Gaß zur
Kasse gebeten werden. «Wer künftig ohne Kontaktaufnahme und Beratung
durch die Leitstelle die Notfallzentren an den Krankenhäusern nutzt,
sollte dafür eine Gebühr bezahlen. Ich finde 30 bis 40 Euro
angemessen», sagte er.
Regierung plant große Reform
Die schwarz-rote Bundesregierung will im neuen Jahr eine Reform der
gesetzlichen Krankenversicherung angehen. Ziel ist, den zuletzt immer
schnelleren Ausgabenanstieg für die Versorgung zu begrenzen und
weitere Beitragsanhebungen zu vermeiden. Eine Expertenkommission soll
bis März Vorschläge zur Stabilisierung ab dem Jahr 2027 vorlegen. Bis
Ende 2026 sollen weitergehende Reformvorschläge folgen.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte deutlich gemacht, dass
es um mehr Effizienz und Steuerung gehen soll. Alle Einnahmen und
Ausgaben sollen auf den Prüfstand. Es werde Veränderungen «für alle
»
geben, sagte sie.
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