Sternenhimmel an Silvester - der Extra-Blick lohnt sich
Wintersechseck, Mond und Jupiter: Am Silvesterhimmel gibt es nicht
nur Raketen zu sehen. Besonders schön wirkt das Sternbild Orion - und
in dunklen Regionen das schimmernde Band der Milchstraße.
Berlin (dpa) - Wohl in keiner anderen Nacht des Jahres verlassen um
Mitternacht so viele Menschen ihre Häuser. Sie sollten es nicht
versäumen, bei gutem Wetter noch ein wenig in den Himmel zu schauen,
wenn alle Böller und Raketen gezündet sind und sich die Rauchschwaden
verzogen haben. Denn in der Mitte der Nacht präsentiert sich der
Winterhimmel in voller Pracht.
Den gesamten südlichen Teil des Firmaments bis hinauf zum Zenit -
also dem Punkt genau über unserem Kopf - nehmen die Sternbilder des
Wintersechsecks ein. Es besteht aus den hellen Sternen Kapella im
Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund,
Prokyon im Kleinen Hund und schließlich Pollux in den Zwillingen. In
der diesjährigen Silvesternacht bereichern zudem der fast volle Mond
im Stier und der hell strahlende Planet Jupiter in den Zwillingen das
Wintersechseck.
Rechts vom Mond sieht man eine kleine Ansammlung von Sternen, das
Siebengestirn der Plejaden. Dieser 444 Lichtjahre entfernte
Sternhaufen enthält viele Hundert Sterne, von denen - je nach
Sichtbedingungen - aber nur sechs bis neun hell genug sind, um mit
bloßen Augen erkennbar zu sein. Es lohnt sich deshalb, den
Sternhaufen mit einem lichtstarken Fernglas anzuschauen.
Das faszinierende Sternbild Orion
Besonders schön anzusehen ist das im Süden stehende Sternbild Orion.
Vier helle Sterne bilden die Schultern und die Knie des Jägers aus
der griechischen Mythologie, drei in einer Reihe liegende Sterne
seinen Gürtel, an dem - eine weitere Reihe leuchtschwächerer Sterne -
sein Schwert hängt. In der Mitte des Schwertes kann man im Fernglas
ein verschwommenes Fleckchen ausmachen. Das ist der Große Orionnebel,
eine 25 Lichtjahre große Gaswolke in etwa 1.300 Lichtjahren
Entfernung.
Hat man das Fernglas einmal zu Hand, lohnt es sich, über die
Zwillinge weiter nach links in das Sternbild Krebs zu schwenken. Dort
kann man einen weiteren Sternhaufen aufspüren, die Krippe, lateinisch
Praesepe. Der Name leitet sich nicht, wie oft angenommen, von der
Weihnachtsgeschichte ab, sondern aus der griechischen Mythologie: Es
handelt sich um die Futterkrippe zweier Esel, die den Gott Dionysos
über einen Fluss trugen.
Schimmerndes Band unserer Galaxie
Verbringt man die Silvesternacht nicht in einer hell erleuchteten
Stadt, sondern in einer dunklen Region, kann man von Südosten her
aufsteigend das schimmernde Band der Milchstraße erkennen, das sich
durch Zwillinge und Fuhrmann hindurchzieht und dann weiter durch die
Sternbilder Perseus und Kassiopeia nach Nordwesten führt.
Auch hier lohnt sich ein Blick mit dem Fernglas. Er zeigt uns eine
Vielzahl schwacher Sterne, die das schimmernde Band erzeugen: Unsere
Milchstraße ist ein gigantisches, scheibenförmiges System aus
mehreren Hundert Milliarden Sternen. Weil wir uns mit unserem
Sonnensystem im Inneren dieser Scheibe befinden, sehen wir sie als
leuchtendes Band, das sich über den Himmel erstreckt.
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