Ökonomin Schnitzer für mehr Selbstbeteiligung von Kassenpatienten
In der Diskussion um die Kassenbeiträge bringt die Vorsitzende der
«Wirtschaftsweisen» eine Praxisgebühr ins Gespräch. Es müsse auch
über Therapien für eine bestimmte Gruppe beraten werden, sagt sie.
Berlin (dpa) - Die Chefin der «Wirtschaftsweisen», Monika Schnitzer,
hat sich für eine höhere Selbstbeteiligung von Kassenpatienten und
eine Praxisgebühr ausgesprochen. «Wir müssen die Prävention stärk
en.
Aber wir werden auch die Selbstbeteiligung erhöhen müssen», sagte
Schnitzer angesichts steigender Kassenbeiträge der «Rheinischen
Post». «Eine Praxisgebühr ist sinnvoll, wenn es gelingt, sie
bürokratiearm einzuziehen. Statt die Ärzte damit zu belasten, könnten
die Krankenkassen sie einziehen», sagte Schnitzer.
Die Ökonomin warnte vor weiteren Beitragssteigerungen. «Der Beitrag
droht auf 25 Prozent zu steigen. Das Gesundheitssystem muss
effizienter werden.» Dafür sollten etwa Homöopathie und andere
Kassenleistungen ohne Evidenz gestrichen werden.
Diskussion über Therapien im hohen Alter
Schnitzer regte auch an, Behandlungen im höheren Alter zu
hinterfragen. «Wir werden immer älter und gerade im ganz hohen Alter
steigen die Gesundheitskosten enorm an. Wir müssen diskutieren, ob es
in einem solch hohen Alter sinnvoll ist, alle verfügbaren, aber
häufig auch sehr belastenden Therapien anzuwenden», sagte sie.
Bereits im November hatte der CDU-Gesundheitspolitiker und
Drogenbeauftragte der Bundesregierung Hendrik Streeck für
Diskussionen gesorgt, als er die Frage aufwarf, ob man sehr alten
Menschen noch besonders teure Medikamente verordnen sollte.
Millionen Versicherte müssen 2026 mit höheren Zusatzbeiträgen
rechnen. Nach einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox mit
Stand 23. Dezember haben schon 31 Krankenkassen einen Anstieg für
ihre Kunden angekündigt. Betroffen sind etwa Versicherte der zwei
großen bundesweiten Krankenkassen. Bei der Techniker Krankenkasse
(TK) steigt der Zusatzbeitrag von 2,45 Prozent auf 2,69 Prozent. Die
DAK-Gesundheit erhöht ihn von 2,8 Prozent auf 3,2 Prozent.
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