Chancen und Bedenken: Wie KI den Wintersport verändern kann Christian Johner, Maximilian Wendl, Sandra Degenhardt und Christoph Lother, dpa

Künstliche Intelligenz ist bei vielen Menschen im Alltag etabliert.
Auch im Wintersport ist sie auf dem Vormarsch. Was sich Athleten und
Trainer erhoffen - und warum KI schon Teil der Gegenwart ist.

Berlin (dpa) - Einst reichten einfache Hilfsmittel wie die Stoppuhr.
Schon länger gibt es Videoanalysen. Und keine zwei Monate vor den
Olympischen Spielen in Italien schaut auch die Künstliche Intelligenz
zumindest mancherorts schon ganz genau hin. KI hält auch im
Wintersport Einzug und könnte bald zum ständigen Begleiter der
Athletinnen und Athleten sowie Trainerinnen und Trainer werden.
Allerdings gibt es auch Bedenken.

«Definitiv haben wir Interesse. Dem Thema KI kann man sich generell
im Leistungssport immer schwerer verschließen», sagte der
Sportdirektor des deutschen Biathlon-Teams, Felix Bitterling. Schnell
mit KI-Nutzung zu beginnen, sei ein Leichtes. «Die Problematik dabei
ist: Wo findet man adäquate Partner, die das Knowhow mitbringen, was
es braucht, um die KI in so einem extrem spezifischen Fall wirklich
zu nutzen?»

Kooperation des DSV bis 2029

Einen solchen Partner hat der Deutsche Skiverband (DSV) im
vergangenen Mai offiziell verkündet. Schwarz Digits von der
Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem die Einzelhandelsketten Lidl und
Kaufland gehören, und der DSV vereinbarten für alle alpinen und
nordischen Disziplinen sowie Biathlon eine Partnerschaft bis 2029.

«Es gibt für uns ein Innovations-Budget, mit dem wir neue Sachen
ausprobieren können», sagte DSV-Vorstandssprecher Andreas Schlütter.

Die Nutzung von KI sei natürlich auch gefährlich. Jetzt aber habe man
einen Partner, der die Beteiligten schulen könne, fügte der frühere
Weltklasse-Langläufer an.

Alpinchef Maier: KI-Agenten für Athletinnen und Athleten

«Du musst dich mit dem Thema im Sport auseinandersetzen», sagte
DSV-Alpinchef Wolfgang Maier. Er betonte jedoch, dass man auch das
Thema Datenschutz stets im Blick haben müsse.

Jede Sportlerin und jeder Sportler soll einen KI-Agenten erhalten, in
dem medizinische Trainingsdaten aufgenommen werden. Die Athletinnen
und Athleten sollen daraus ihre persönlichen Rückschlüsse ziehen.
«Das ist die Idee dahinter, aber wir sind noch ganz am Anfang», sagte
Maier.

KI-App soll im Eiskunstlaufen bei Bewertungen helfen

Der US-amerikanische Eiskunstlaufverband ist da einen Schritt weiter.
Er arbeitet mit einer App zusammen, die mit Hilfe von KI Sprunghöhe,
Rotationsgeschwindigkeit, Flugzeit und sogar die Qualität der Landung
eines Läufers oder einer Läuferin bewertet. Dabei liefert die App
Feedback, ohne dass Sensoren oder andere technische Hilfsmittel
getragen werden müssen.

«Unsere Vision für das System ist es, die technische Bewertung des
Sports zu automatisieren», sagte Jerry Lu, der das System gemeinsam
mit seinem früheren College-Mitbewohner Jacob Blindenbach entwickelt
hat. Mit anderen Worten: Menschen sollen die künstlerische Seite des
Sports bewerten, Computer hingegen den technischen Teil übernehmen.

KI-Tools als Hilfe für die Trainer

«Was gehört alles zu einem bestimmten Sprung? Wir versuchen, diese
Dinge als eine halbautomatisierte technische Assistenz zu messen»,
erklärte Lu der US-Nachrichtenagentur Associated Press. «Gleichzeitig
ist es aber auch ein Coaching-Tool, das Trainer im ganzen Land nutzen
können, um ihre eigenen Athleten zu bewerten.»

So sollen Trainerinnen und Trainer erkennen können, ob die
Läuferinnen oder Läufer vollständige Umdrehungen absolviert haben
oder auf der korrekten Kantenlage gelandet sind. Und man kann sehen,
wie hoch ein Sprung - eines der Bewertungskriterien im Eiskunstlaufen
- und wie schnell die Drehung war. Ziel sei es, den Sport fairer zu
machen.

Auch den einzelnen Läuferinnen und Läufern soll das System helfen, da
sie den gerade im Training ausgeführten Sprung mit früheren Versuchen
oder sich mit anderen Athletinnen und Athleten vergleichen können.

Biathlet Horn: KI könnte in der Trainingsanalyse helfen

Die KI als quasi unsichtbares Teammitglied? Auch Biathlet Philipp
Horn glaubt fest an den Vormarsch der Technologie. «Ich denke, es
gibt verschiedene Bereiche, wo uns das helfen kann. Zum einen in der
Trainingsanalyse. Wir haben sehr, sehr viele Daten erhoben die
letzten Jahre, und vielleicht kann man da mit Hilfe von KI noch mehr
Schlüsse ziehen», sagte der 31-Jährige.

Aber nicht nur in der Trainingsanalyse, sondern auch zwischen
Zielraum und Wachstruck kann die KI eine wichtige Rolle einnehmen.
«Das ganze Thema Ski und wachsen: Wir haben unfassbar viele Daten
gesammelt über die letzten Jahrzehnte und es gibt vielleicht jetzt
die Möglichkeit, neue Erkenntnisse zu erlangen, was man mit
Menschenhand oder mit Menschenverstand nicht erreichen kann.»

Bitterling: Wollen Menschen nicht ersetzen

Dennoch machen die DSV-Verantwortlichen darauf aufmerksam, dass KI
den Menschen nicht verdrängen solle. «Wir wollen nicht, dass die KI
den Menschen ersetzt, sondern wir würden die KI mit all ihren
positiven Effekten gerne nutzen, um eine deutlich stärkere, robustere
Entscheidungsgrundlage für unsere Trainer und Betreuer zu haben»,
sagte Bitterling.

Und ganz egal, ob auf dem Eis oder auf dem Schnee: Die Leistungen der
Sportlerinnen und Sportler bei Olympischen Spielen kann die KI nicht
ersetzen.

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