Milliardenkosten für Reha-Kuren deutlich gestiegen

Nach schweren Krankheiten braucht es oft intensive Hilfen, um
Arbeitnehmer wieder fit für den Job zu machen. Die Zahlen zeigen nach
oben.

Berlin (dpa) - Rücken, Psyche, Krebs: Die Rentenversicherung hat nach
eigenen Angaben im vergangenen Jahr 8,3 Milliarden Euro für Kuren
ausgegeben, um Menschen nach schweren Krankheiten wieder fit für den
Job zu machen - 850 Millionen Euro mehr als im Jahr davor. 

Wie die Rentenversicherung mitteilte, stiegen die Teilnehmerzahlen
bei der sogenannten medizinischen Rehabilitation 2024 im Vergleich
zum Vorjahr um knapp sechs Prozent auf 1,05 Millionen. Gut 536.000
Frauen und rund 514.000 Männer erhielten Leistungen zum Beispiel für
stationäre oder ambulante Kuren. Das ist in etwa wieder das Niveau
wie vor der Corona-Pandemie. 

Späterer Rentenbeginn fällt ins Gewicht

Am häufigsten steckten dahinter orthopädische Beschwerden etwa an
Rücken oder Gelenken: Bei Männern wie auch Frauen entfielen demnach
36 Prozent der Reha-Fälle auf solche Diagnosen. An zweiter Stelle
folgten psychische Erkrankungen, die bei Frauen 22 Prozent und bei
Männern 13 Prozent der Fälle ausmachten. 

Krebs und hämatologische Erkrankungen - also zum Beispiel Leukämie
oder Lymphome - waren bei 14 Prozent der Frauen und 12 Prozent der
Männer Hintergrund der medizinischen Reha-Maßnahmen.

Den Aufwärtstrend bei Leistungen und Kosten erklärt die
Rentenversicherung mit der demografischen Entwicklung und dem
späteren Rentenbeginn. Die Hilfen sollen dafür sorgen, dass die
Menschen nicht vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden müssen.

Mehr ambulante Reha

Dabei werden den Angaben zufolge heute weniger Reha-Leistungen
stationär mit Klinikaufenthalten erbracht: Waren es 2006 noch 90
Prozent, so sank die Zahl bis 2024 auf gut 80 Prozent. Ambulante Reha
legte entsprechend zu. 

Noch einen Trend erwähnt der «Reha-Atlas 2025»: «Bei geringer
Arbeitslosigkeit nehmen die Versicherten häufiger eine solche
Leistung in Anspruch, da sie damit aus eigener Sicht ihren
Arbeitsplatz nicht gefährden. Umgekehrt ist es bei Konjunkturkrisen:
Dann verzichten nicht wenige Versicherte auf eine wichtige Leistung
zum Erhalt der Erwerbsfähigkeit.»

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