Anklage um Millionenbetrug mit Krebsmedikamenten zugelassen

2019 durchsuchen Beamte die Räume eines Hamburger Pharmaunternehmens.
Der Verdacht: Abrechnungsbetrug mit Krebsmedikamenten. Jetzt kommt
die Sache vors Landgericht.

Hamburg (dpa) - Das Landgericht Hamburg hat eine Anklage wegen
besonders schwerer Bestechung im Gesundheitswesen und bandenmäßigen
Abrechnungsbetrugs in Millionenhöhe zugelassen. Das Hauptverfahren
gegen sechs Verantwortliche der Alanta Health Group werde vor einer
Wirtschaftsstrafkammer stattfinden, teilte eine Gerichtssprecherin
mit. Der Prozess werde nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2026
beginnen. 

Angeklagt sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Apotheker und
vier leitende Mitarbeiter in deren Unternehmen. Sie sollen Ärzte
mittels Bestechung dazu gebracht haben, Patienten hochpreisige
Krebsmedikamente - sogenannte Zytostatika - aus Herstellung der
eigenen Apotheken zu verordnen.

Die Alanta Health Group begrüßte, dass mit der Eröffnung des
Prozesses die Gelegenheit geschaffen werde, die Vorwürfe umfassend
und transparent zu klären. «Die Alanta Health Group ist
zuversichtlich, dass diese Klärung ergeben wird, dass die Vorwürfe
nicht haltbar sind», hieß es in einer Mitteilung.

Anklage: Krebsmittel für 75 Millionen zu unrecht abgerechnet

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Angeklagten in 37 Fällen Ärzte
durch Gewährung von Vorteilen bei der Verordnung von Arzneimitteln
unlauter an sich gebunden haben. Auf diese Weise sollen sie bewirkt
haben, dass Rezepte, insbesondere für hochpreisige Krebsmedikamente,
nur noch über ihre Unternehmen eingelöst wurden.

«Um möglichst viele Abnehmer für ihre Medikamentenzubereitungen zu
gewinnen und zugleich das gesetzliche Verbot der Zusammenarbeit von
pharmazeutischen Leistungserbringern und Vertragsärzten zu umgehen»,
sollen sie die Hamburger Stadtteilklinik Mümmelmannsberg übernommen
und als Betreiberin mehrerer medizinischer Versorgungszentren
eingesetzt haben. In 340 Fällen hätten sie so nicht abrechnungsfähige

Arzneimittelverordnungen bei den gesetzlichen Krankenkassen
eingereicht und zur Zahlung von mehr als 75 Millionen Euro
veranlasst.

Keine Hinweise auf unsachgemäße Krankenbehandlung

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Apotheker, Ärzte und
Pharma-Manager laufen seit Jahren. Ende 2019 waren bei Razzien in den
Räumen der Alanta Health Group, der zu ihr gehörenden Zytoservice
GmbH und der Stadtteilklinik Mümmelmannsberg mehr als 6.000
Aktenordner und etwa 100 Datenträger beschlagnahmt worden.

Die Alanta Health Group zählt nach eigenen Angaben zu den größten
onkologischen Versorgern Deutschlands. Das Unternehmen betreut
jährlich mehr als 100.000 Krebspatienten und beschäftigt rund 850
Mitarbeiter. Es betreibt 32 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und
mehrere Kliniken. Außerdem stellt das Unternehmen Infusionstherapien
in eigener Herstellung bereit.

Die Ermittlungen hätten keine Anhaltspunkte für eine unsachgemäße
Krankenbehandlung ergeben, erklärten sowohl Alanta als auch das
Landgericht. Eine Unternehmenssprecherin betonte darüber hinaus: «Wir
arbeiten strikt innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen und nach
höchsten medizinischen, organisatorischen und abrechnungstechnischen
Standards.» 

Bis zum rechtskräftigen Abschluss eines Strafverfahrens gilt die
Unschuldsvermutung.

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