Covid-Medikamente illegal verkauft? - Prozess beginnt
Eine Apothekerin und Komplizen sollen fast 6.800 Packungen Paxlovid
ohne Rezepte bestellt und gewinnbringend veräußert haben. Der Schaden
für den Staat ist immens.
Nürnberg (dpa/lby) - Haben eine Münchner Apothekerin und ihr
Mitarbeiter illegale Geschäfte mit dem Covid-Medikament Paxlovid
gemacht und dem Staat dadurch einen Schaden von mehr als 1,56
Millionen Euro verursacht? Wegen dieser Vorwürfe müssen sich die
beiden Angeklagten seit Montag vor dem Landgericht in Nürnberg
verantworten. Zu Prozessbeginn räumten diese in schriftlichen
Erklärungen einen Teil der Vorwürfe ein.
Die für Betrug und Korruption im Gesundheitswesen zuständige
Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg legt der Apothekerin aus
München und ihrem Mitangeklagten Verstöße gegen das
Arzneimittelgesetz sowie Untreue beziehungsweise Beihilfe zur Untreue
zur Last. Letztere Vorwürfe wiesen die beiden zurück und erklärten,
dass ihnen die Besonderheiten bei Paxlovid nicht bewusst gewesen
seien.
Florierender Schwarzmarkt
Die Bundesrepublik Deutschland hatte laut Anklage das neu zugelassene
Arzneimittel Paxlovid Anfang 2022 in großen Mengen zentral erworben.
Die Medikamente wurden demnach bei Großhändlern zwischengelagert, von
denen die Apotheken diese bestellten und kostenlos an Patienten
abgaben, die diese verordnet bekommen hatten. Für die Abgabe
erhielten Großhandel und Apotheke eine staatlich finanzierte
Aufwandsentschädigung. Ein Export der Medikamente war verboten.
Ende 2022 kam es nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wegen der
vielen Corona-Infektionen in China zu einer großen Nachfrage nach
Medikamenten wie Paxlovid. «Dies führte zu einem regen
Schwarzmarktreiben, was den Schwarzmarktpreis zeitweise in
exorbitante Höhen trieb», hieß es in der Anklageschrift. Auch die
beiden Angeklagten stiegen aus Sicht der Generalstaatsanwaltschaft
aus diesem Grund in das illegale Geschäft ein.
Fast 5.800 Packungen Paxlovid illegal verkauft
Der Anklageschrift zufolge bestellten diese oder andere
Apothekenmitarbeiter im Januar 2023 fast 6.800 Packungen Paxlovid
beim Großhandel, ohne dass dafür Rezepte vorlagen. Davon hätten sie
knapp 5.800 Packungen in einem Gesamtwert von 1,56 Millionen Euro
geliefert bekommen und diese gewinnbringend an verschiedene Abnehmer
weiter verkauft, heißt es weiter. «Um diesen Betrag wurde - wie die
Angeschuldigten jedenfalls billigend in Kauf nahmen - die
Bundesrepublik Deutschland geschädigt.»
Das Landgericht Nürnberg hat bis zum 12. Dezember vier weitere
Verhandlungstermine angesetzt. Auch andere Apothekenmitarbeiter waren
laut der Generalstaatsanwaltschaft an dem illegalen Handel beteiligt,
werden aber in anderen Verfahren verfolgt.
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