Zentrale Drogen-Warnstelle soll Prävention verbessern

Die USA leiden seit Jahren unter einer verheerenden Drogenepidemie
mit hunderttausenden Toten, ausgelöst durch Opioide. Bund und Länder
wollen eine ähnliche Katastrophe in Deutschland verhindern.

Nürnberg (dpa/lby) - Eine neue zentrale Drogen-Informationsstelle des
Gesundheitsministeriums soll Abhängige in Bayern vor besonderen
Gefahren warnen. Der «Landesknotenpunkt» für das deutschlandweite
Drogenüberwachungsnetz «News» wird Informationen sowohl aus
toxikologischen Laboren als auch von Fachleuten, Abhängigen und
weiteren Quellen zusammentragen. 

«Dieses System kann Neuentwicklungen im Bereich psychoaktiver
Substanzen frühzeitig erkennen und durch Warnmeldungen rasch an die
relevanten Zielgruppen übermitteln», sagte Gesundheitsministerin
Judith Gerlach (CSU). 

Konkrete Beispiele wären etwa Verunreinigungen oder besonders hohe
und damit lebensgefährliche Konzentrationen. «Wir beobachten aktuell
eine Zunahme von synthetischen Drogen mit immer höherer Wirksamkeit
auf dem Markt», sagte Gerlach.

Opioid-Katastrophe in den USA, Ängste in Europa

Das bezieht sich auf die zunehmende Verbreitung synthetischer Opioide
- das sind Wirkstoffe, die eine Heroin und anderen, auf Opiumbasis
hergestellten Drogen vergleichbare Wirkung haben. Die USA leiden seit
gut fünfzehn Jahren unter einer Opioid-Epidemie - ursprünglich
ausgelöst durch Ärzte, die ihren Patienten bedenkenlos Schmerzmittel
verschrieben. 

Im vergangenen Jahr zählte die US-Gesundheitsbehörde CDC knapp 81.000
Drogentote, ein beträchtlicher Anteil davon ist auf Opioid-Konsum
zurückzuführen. Abgesehen vom Opioid-Konsum in Reinform mischen
demnach auch viele Heroindealer ihrer Ware mittlerweile synthetische
Opioide bei, was den Konsum noch gefährlicher macht.

Die Welle ist mittlerweile nach Europa geschwappt, Fachleute fürchten
eine ähnliche Entwicklung wie in den Vereinigten Staaten. Die Gefahr
durch neue synthetische Drogen wie Fentanyl und Nitazene wachse,
sagte Gerlach. «Konsumenten wissen häufig nicht, dass ihre Drogen
hochwirksame synthetische Stoffe enthalten.»

SPD fordert weitere Maßnahmen

Ein geplanter Landesknotenpunkt zum Drogen-Monitoring sei gut, gehe
aber angesichts der anrollenden Opioid-Welle nicht weit genug, hieß
es aus der SPD-Fraktion. «Wer glaubt denn, dass sich junge Leute erst
bei einem Landesknotenpunkt erkundigen, bevor sie Drogen nehmen?»,
sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Ruth Waldmann. 

In Bayern seien dringend flächendeckende «Drug-Checking-Programme»
nötig. Nur an solchen Teststellen in ihrem Umfeld könnten Konsumenten
unmittelbar, anonym und straffrei ihre Drogen prüfen lassen.

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