Rund 80 Hausärztestellen unbesetzt - AfD kritisiert Pläne

Die Schweriner AfD-Fraktion kritisiert geplante Änderungen bei der
Arztvermittlung und verweist auf Zahlen aus MV.

Schwerin (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern sind 80,5
Hausarztstellen unbesetzt. Das geht aus der Antwort der
Landesregierung auf eine Anfrage seitens der AfD-Fraktion im
Schweriner Landtag hervor. Besetzt sind demnach 1.145,10
Hausarztstellen.

Zu den nicht besetzten Hausarztstellen kommen demnach weitere offene
Facharztstellen, etwa in der Augenheilkunde, Neurologie und
Dermatologie. Nach damaligen Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung
waren im Dezember vorigen Jahres 70 Hausarztstellen im Land nicht
besetzt. 

Die jüngsten Angaben der Landesregierung beziehen sich der Antwort
zufolge auf einen Versorgungsgrad von 110 Prozent, bis zu dem eine
Niederlassung möglich ist, und gibt den Stand vom 18. Juni wieder.
Die durchschnittliche Fallzahl, also die Patientenkontakte pro
Quartal je Hausarzt in MV, lag den Angaben zufolge voriges Jahr bei
1.051 - nach 1.044 im Jahr 2023 und 1.093 im Jahr 2022.

AfD kritisiert geplantes Primärarztsystem

Für eine gezieltere Steuerung und schnellere Vergabe von Terminen
soll nach dem Willen von CDU, CSU und SPD ein «verbindliches
Primärarztsystem» durch Haus- und Kinderärzte eingeführt werden, di
e
Patienten gegebenenfalls an Fachärzte überweisen - ausgenommen sein
sollen Augenärzte und die Gynäkologie. Für Patientinnen und Patienten

mit einer spezifischen schweren chronischen Erkrankung sollen andere
Lösungen gefunden werden. 

Der gesundheitspolitische Sprecher der Schweriner AfD-Fraktion,
Thomas de Jesus Fernandes, kritisierte: «Hausärzte sollen künftig
nicht nur behandeln, sondern auch als Torwächter für jeden
Facharztbesuch fungieren - in Wartezimmern, die vielerorts ohnehin
aus allen Nähten platzen. Ein Allgemeinmediziner kann nicht alles
wissen - das verzögert Diagnosen und gefährdet im Zweifel
Menschenleben.» 

Die AfD-Fraktion fordere, dass sich die Landesregierung gegen das
geplante Primärarztsystem ausspreche. Stattdessen soll sie dafür
sorgen, dass Mecklenburg-Vorpommern für Ärzte attraktiver wird,
Wartezeiten sinken und Patienten ihre freie Arztwahl behalten.

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