Warum Sonnenbrillen wichtig für den Schutz der Augen sind Von Ulrike von Leszczynski und Alina Schmidt, dpa

Manche Influencer warnen im Netz vor Sonnenbrillen. Doch Fachleute
widersprechen - und erklären die Risiken von UV-Strahlung für die
Augen.

Berlin (dpa) - Schlafräuber, Vitamin-Blocker, Grauer Star: Für manche
Influencer in sozialen Netzwerken sind Sonnenbrillen Teufelszeug. Die
Ratschläge dieser Laien können gefährlich sein. Was sagen Fachleute?
 

Warum Sonnenbrillen wichtig sind 

Ob nun cooler Look oder Frühstück bei Tiffany: Sonnenbrillen sind
mehr als eine Frage der Mode. Sie schützen vor grellem Licht und
insbesondere auch vor ultravioletten Strahlen (UV). Für Mediziner
bringt jedes Modell mit einem UV-Filter von 400 einen Vorteil. Denn
solche Brillen blocken UV-Strahlen im Bereich von 280 bis 400
Nanometern Wellenlänge ab, die dem Auge gefährlich werden können.

Je großflächiger eine Brille die Augenpartie von vorn und auch von
der Seite bedeckt, desto besser. Auf den Preis kommt es dabei nicht
an. Es gibt auch kostengünstige Modelle mit dem richtigen UV-Filter.

Das nimmt Usern in sozialen Medien den Wind aus den Segeln, die gegen
Sonnenbrillen als reine Geschäftemacherei Front machen. Generell ist
es ratsam, Augen ab einem UV-Index von 3 zu schützen. Angaben zum
aktuellen UV-Index liefern etwa der Deutsche Wetterdienst und diverse
Wetter-Apps. 

Welche Rolle UV-Schutz spielt

Die Netzhaut des Auges ist der einzige Teil des zentralen
Nervensystems, der direkt mit UV-Licht in Kontakt kommt, heißt es bei
der Stiftung Auge, die sich Forschung, Fortbildung und Aufklärung im
Bereich der Augenheilkunde verschrieben hat. Das betreffe besonders
Kinder und Jugendliche, weil die Funktion der Linse als UV-Filter
noch nicht ausgereift sei, erklärt Frank Holz, Direktor der
Universitäts-Augenklinik Bonn und Vorsitzender der Stiftung im
Internet. 

Doch selbst bei Erwachsenen könnten UV-Strahlen die Gesundheit des
Auges beeinträchtigen, warnt Gerd Geerling, Direktor der
Universitäts-Augenklinik Düsseldorf und Mediensprecher der Stiftung
Auge. Bekannt seien bösartige Hautkrebs-Erkrankungen der Bindehaut.
Auch von verschiedenen Krebsarten der Augenlider sei bekannt, dass
ihre Entstehung durch UV-Licht begünstigt werde. Nicht zuletzt
beschleunige eine hohe UV-Belastung die Entstehung einer
Linsentrübung (Grauer Star), weil das energiereiche Licht die
Proteine in der Linse schädigt. Wenn es in sozialen Medien heißt, das
Tragen einer Sonnenbrille begünstige Grauen Star, ist das falsch. 

Wann die Sonnenbrille aufgesetzt werden sollte 

Sonnenstrahlen fallen gerade in den Morgen- und Abendstunden auf Höhe
der Augen ein. Sie sollte deshalb länger als nur in der Mittagszeit
getragen werden. Am Meer und in den Bergen ist zusätzliche Vorsicht
geboten. Denn dort ist Sonnenlicht noch intensiver, weil es von der
Umgebung reflektiert wird. Ratschläge von Usern im Internet, für eine
bessere Gesundheit bewusst in die pralle Sonne zu blinzeln, gehen in
die Irre. Die Vitamin-D-Produktion des Körpers wird durch
Sonnenbrillen nicht beeinträchtigt. Dafür ist die Hautfläche rund um

die Augen viel zu klein.

Eine Sonnenbrille verhindert ohnehin nicht, dass Sonnenlicht an die
Augen gelangt. Sie absorbiere je nach Tönung lediglich einen Großteil
dieses Lichts, erläuterte Klaus Rohrschneider, Augenarzt am
Universitätsklinikum Heidelberg, gegenüber der «Tagesschau». Es kom
me
auch mit Sonnenbrille immer noch mehr Licht im Auge an als an einem
trüben Wintertag. Dass wegen einer Sonnenbrille der Biorhythmus
gestört ist, wie manche Autoren in sozialen Medien behaupten, ist
damit auch falsch.

Warum zweifeln manche Influencer Sonnenbrillen an?

Vom echten Arzt bis zu Dr. Google - das Thema Gesundheit habe eine
hohe Relevanz, sagt Kommunikationswissenschaftlerin Nadja Enke von
der Universität Leipzig. Influencer in sozialen Medien durchliefen
jedoch keine strukturierte Ausbildung, es gebe für sie auch keine
ethischen, rechtlichen und organisatorischen Regularien. Das nutzten
einige aus. Dabei gehe es vor allem ums Geschäft.

So werben viele Influencer etwa für ihre Coaching-Angebote oder
alternative Produkte. «Sie kombinieren Informationen und Werbeplatz»,
sagt Enke. Und was hilft gegen gesundheitsschädliche Tipps aus dem
Netz? «Kontrollinstanzen», sagt die Expertin. Doch jeder Leser kann
Informationen auch selbst überprüfen. Viele ärztliche
Fachgesellschaften betreiben eigene Onlineseiten für Laien. Auch das
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ist eine seriöse Quelle.

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