Wieder etwas mehr Videosprechstunden in Sachsen-Anhalt

Ärztlichen Rat und Hilfe bekommen ohne den Weg in die Praxis - in der
Corona-Zeit wurde das stärker genutzt. Wie sieht es seitdem aus?

Magdeburg (dpa/sa) - Hausärzte und Psychotherapeuten nutzen sie am
meisten, Orthopäden am wenigsten: Das Hoch bei den Videosprechstunden
der Ärzte in Sachsen-Anhalt in der Corona-Zeit ist allerdings
unerreicht. 2021 rechneten Ärzte und Psychotherapeuten rund 42.600
dieser Patientenkontakte ab, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV)
Sachsen-Anhalt auf Nachfrage mitteilte. 

2022 ging die Zahl auf etwa 32.000 zurück, 2023 weiter auf knapp
22.000. Erst im vergangenen Jahr stieg die Zahl der
Videosprechstunden wieder an auf rund 28.250. Insgesamt habe es mehr
als 17 Millionen Behandlungsfälle gegeben, so die KV. Die
Videosprechstunden nähmen also einen sehr geringen Anteil ein.

Aktuell haben den Angaben zufolge 917 Ärzte und 406 Psychotherapeuten
die erforderliche Genehmigung der KV zur Durchführung und Abrechnung
von Videosprechstunden. Vor einem Jahr waren es noch 876 Ärzte und
380 Psychotherapeuten gewesen. Dennoch nutzen die wenigsten Mediziner
diese Form der Sprechstunde. Insgesamt hätten im Jahr 2024 genau 157
Ärzte und 254 Psychotherapeuten Videosprechstunden abgerechnet.

Haben sich die Videosprechstunden etabliert?

«In der Corona-Pandemie, in Zeiten von hohen Infektionszahlen,
Lockdowns und Quarantäne, ist die Videosprechstunde für Vertragsärzte

und Psychotherapeuten eine gute Möglichkeit gewesen, zu ihren
Patienten den Kontakt aufrechtzuerhalten», so eine Sprecherin der
Kassenärztlichen Vereinigung. 

«Einige Praxen haben diese telemedizinische Leistung als ergänzendes
Angebot auch nach der Pandemie beibehalten und teilweise sogar
ausgebaut, wenn es auch von ihren Patienten akzeptiert und genutzt
wird.» Es mindere gerade während der Infektzeiten das
Ansteckungsrisiko und erspare Patienten den Weg in die Praxis. «Aus
unserer Sicht kann die Videosprechstunde in bestimmten
Konstellationen eine Win-Win-Situation für Praxis und Patienten sein
und ist eine telemedizinische Leistung mit Potenzial.»

Wer rechnet Videosprechstunden ab?

Eine Auswertung der tatsächlich abgerechneten Leistungen zeigt laut
der KV, dass Hausärzte und Psychotherapeuten die meisten
Videosprechstunden im Jahr 2024 abgerechnet haben. Am wenigsten seien
es bei Orthopäden und Internisten mit Schwerpunkt Angiologie
gewesen. 

Ein Vergleich der abgerechneten Videosprechstunden im Jahr 2024
zwischen den kreisfreien Städten Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau und
den weiteren Landkreisen in Sachsen-Anhalt zeige, dass in den
kreisfreien Städten unter Berücksichtigung der jeweiligen
Bevölkerungszahlen im Durchschnitt mehr Videosprechstunden erbracht
wurden.

So sieht es bundesweit aus

Deutschlandweit war die Zahl der Videosprechstunden im vergangenen
Jahr im Vergleich zu 2023 um knapp 25 Prozent auf 2,7 Millionen
gestiegen, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung
kürzlich ermittelt hatte. Auch das liegt unter dem Niveau der
Pandemiejahre.

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