Doppelgängerin-Prozess: Ein Mordurteil rechtskräftig

Das mutmaßliche Mordmotiv klingt unfassbar. Damit eine ähnlich
aussehende Frau untertauchen kann, soll eine 23-Jährige mit etlichen
Stichen getötet worden sein. Nun liegt nur noch ein Antrag beim BGH.

Ingolstadt (dpa) - Mehr als ein halbes Jahr nach dem Urteil im
sogenannten Doppelgängerin-Mordprozess ist die Verurteilung eines
26-jährigen Mannes zu lebenslanger Haft rechtskräftig. Das Mordurteil
gegen seine ebenfalls 26 Jahre alte Mitangeklagte liegt allerdings
noch zur Überprüfung beim Bundesgerichtshof (BGH).

Die Frau hatte nach Ansicht des Landgerichts Ingolstadt untertauchen
und daher als tot gelten wollen. Deswegen soll sie in einem sozialen
Netzwerk im Internet nach einer ihr ähnlich sehenden Person gesucht
haben, um diese umzubringen. Dadurch soll sie Kontakt zu einer
23-Jährige aus Baden-Württemberg bekommen haben - und diese dann mit
ihrem Komplizen getötet haben. Der Vorsitzende Richter sprach von
einer «verstörenden Tat».

Revisionsanträge wurden zurückgezogen

Wie ein Sprecher des Ingolstädter Landgerichts berichtete, sind
inzwischen die Revisionsanträge der Staatsanwaltschaft sowie der
Verteidiger des angeklagten Kosovaren zurückgezogen worden. Das
Mordurteil gegen ihn ist somit rechtskräftig. Mehrere Medien hatten
darüber berichtet.

Im Unterschied zu dem Mann wurde die angeklagte Frau nicht nur zu
lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Bei ihr stellte die
Strafkammer auch die besondere Schwere der Schuld fest. Sollte auch
das Urteil gegen die Deutsch-Irakerin rechtskräftig werden, könnte
ihre Gefängnisstrafe somit voraussichtlich nicht bereits nach 15
Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

Die Frau hatte in dem Verfahren alle Schuld auf ihren Mitangeklagten
geschoben. Die Anwälte der 26-Jährigen hatten letztlich einen
Freispruch gefordert und nach dem Urteil ebenfalls einen
Revisionsantrag gestellt, über den nun voraussichtlich der BGH
entscheiden wird.

Opfer nach Ingolstadt gelockt und auf der Fahrt getötet

Beide Beschuldigte waren laut Anklage im August 2022 zu dem Opfer
nach Eppingen in der Nähe von Heilbronn gefahren, um die junge Frau
unter einem Vorwand nach Ingolstadt zu bringen. Anschließend sollen
beide die 23-Jährige bei einem Zwischenstop umgebracht haben, die
Gerichtsmediziner stellten 56 Messerstiche fest.

Die Leiche war schließlich im Auto der angeklagten Frau in Ingolstadt
entdeckt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese wegen
Familienstreitigkeiten ein neues Leben beginnen wollte.

Der Ingolstädter Prozess lief fast das ganze Jahr 2024. Es war an
mehr als 50 Tagen verhandelt worden.

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