Verhandlung über Chefarzt-Klage gegen Abtreibungsverbot

Ein katholischer Klinikträger im westfälischen Lippstadt verbietet
einem langjährigen Chefarzt Schwangerschaftsabbrüche. Der Mediziner
klagt. Kurz vor der Gerichtsverhandlung gibt es eine Demo.

Lippstadt (dpa) - Das Arbeitsgericht Hamm verhandelt am Freitag
(10.45 Uhr) über die Klage eines Gynäkologen und langjährigen
Chefarztes, der keine Schwangerschaftsabbrüche mehr vornehmen darf.
Das Verbot hatte ihm nach einer Klinikfusion in Lippstadt der
katholische Träger neu auferlegt. 

Kläger Joachim Volz hatte in seiner langjährigen Tätigkeit am
Evangelischen Krankenhaus Lippstadt in Einzelfällen mit seinem Team
medizinisch indizierte Abbrüche vorgenommen. Das wurde ihm nun per
Dienstanweisung vom neuen katholischen Träger untersagt - auch etwa
bei schweren Fehlbildungen des Fötus. 

Auch Tätigkeit in Bielefelder Privatpraxis betroffen

Als Ausnahme ist laut «Klinikum Lippstadt - Christliches Krankenhaus»
ein Abbruch seit vergangenem Februar nur noch erlaubt, wenn «Leib und
Leben der Schwangeren in Gefahr sind». Das Verbot umfasst auch die
Tätigkeit des Gynäkologen in seiner Bielefelder Privatpraxis. 

Der Mediziner kritisiert, dass die Dienstanweisung das ärztliche
Fachurteil, den Willen der Patientin und das Gesetz ignoriere. In dem
aufsehenerregenden Fall wird eine Entscheidung des Gerichts noch am
selben Tag erwartet. Kurz vor der Verhandlung ist eine Demonstration
mit dem Titel «Stoppt das katholische Abtreibungsverbot» geplant, an
der auch der Chefarzt teilnehmen wird.

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