DRK-Präsidentin: Pflege wird zur Armutsfalle
Pflegebedürftige und ihre Familien müssen immer mehr Geld für einen
Heimplatz zahlen. Die Präsidentin des Roten Kreuzes fordert
Konsequenzen.
Berlin (dpa) - Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK),
Gerda Hasselfeldt, fordert eine Deckelung des Eigenanteils an den
Kosten im Pflegeheim. «Die Pflege wird zur Armutsfalle», sagte
Hasselfeldt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Mancherorts müssten
Pflegebedürftige schon mehr als 4.000 Euro pro Monat zuzahlen. Die
Finanzierung müsse dringend neu geregelt werden: «Wir müssen den
Anteil, den die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen leisten,
fixieren und so kalkulierbar machen.»
Hasselfeldt plädiert für einen Systemwechsel, bei dem
pflegebedürftige Menschen künftig nur noch einen festen Eigenanteil
zur Finanzierung der pflegerischen Versorgung zahlen. Die
Selbstbeteiligung soll dadurch nicht wie bisher nach oben offen,
sondern planbar sein. In diesem Fall würden die Pflegeversicherung
und der Staat die darüber hinausgehenden Kosten tragen.
«So würden Preissteigerungen in der Pflege nicht mehr ungedeckelt an
die Pflegebedürftigen weitergegeben werden», sagte Hasselfeldt. Auf
eine maximale Höhe des Eigenanteils wollte sie sich allerdings nicht
festlegen: «Das muss von den politischen Entscheidungsträgern
entschieden werden.»
Zuletzt ist die Pflege für Heimbewohner noch teurer geworden. Die
Zahlungen aus eigener Tasche während des ersten Jahres in der
Einrichtung überschreiten jetzt im bundesweiten Schnitt die Marke von
3.000 Euro im Monat, wie eine Auswertung des Verbands der
Ersatzkassen ergab. Mit Stand 1. Juli waren durchschnittlich 3.108
Euro fällig. In laufenden Beratungen für eine große Pflegereform
wächst der Druck für Entlastungen damit weiter.
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