Illegale Einleitungen bringen Kläranlagen ans Limit
Immer wieder entsorgen Menschen Flüssigkeiten im Abwasser, die dort
absolut nicht hingehören. Das ist schlecht für die Umwelt - fällt am
Ende aber auch auf die Bürger zurück.
Wiesbaden/Dietzenbach (dpa/lhe) - Farben, Lösungsmittel,
Chemierückstände, Kraftstoffe: Immer wieder beklagen die Betreiber
von Kläranlagen unzulässige Einleitungen. «Neben den ökologischen
Folgen betreffen solche Einleitungen langfristig auch die Bürgerinnen
und Bürger, etwa durch höhere Betriebskosten und mögliche
Gebührenerhöhungen», sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke
Dietzenbach, Guido Schick.
In den vergangenen Monaten war es in der Kläranlage Dietzenbach
mehrfach zu massiven Störungen durch «illegale oder nicht zulässige
Einleitungen von Abwässern ins städtische Kanalnetz» gekommen. Die
Stadtwerke vermuten, dass chemische Substanzen oder industrielle
Rückstände eingeleitet wurden.
Dadurch wurde die sogenannte biologische Reinigungsstufe der
Kläranlage stark gestört; dort bauen Mikroorganismen organische
Stoffe ab. Unter anderem sei die Konzentrationen von Ammonium
innerhalb kürzester Zeit deutlich über die zulässigen Grenzwerte
gestiegen.
Massive Störungen selten
Solche massiven Störungen sind selten, sagt ein Sprecher des
Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt. «Das Einzugsgebiet von
Kläranlagen ist individuell und es ist leider nie gänzlich
ausgeschlossen, dass es zu unrechtmäßigen Einleitungen kommen kann,
die unterschiedliche Auswirkungen auf die Reinigungsleistung der
Kläranlage haben.»
In der Kläranlage in Edertal Bergheim (Landkreis Waldeck-Frankenberg)
entdeckten Mitarbeiter in der vergangenen Woche eine große Menge Öl.
Die Anlage habe kurz davorgestanden, beträchtlichen Schaden zu
nehmen, teilte das Polizeipräsidium Nordhessen mit. «Nach Angaben der
Mitarbeiter des Klärwerkes müssen unbekannte Täter mindestens 50
Liter Diesel oder Heizöl in die Kanalisation geschüttet haben,
vermutlich um die ölige Substanz zu entsorgen», so die Beamten.
Was gehört nicht ins Abwasser?
Farben, Lacke, Lösungsmittel, Medikamente, Fette, Reinigungsmittel
und chemische Rückstände gehören keinesfalls in den Abfluss - weder
in Küche noch in Bad oder Werkstatt. Und auch für die Toilette gilt:
Dorthin gehören ausschließlich das kleine und das große Geschäft
sowie Toilettenpapier. Hygieneartikel, Speisereste, Feuchttücher oder
Katzenstreu führen zu Verstopfungen, Schäden in der Kanalisation und
zusätzlichen Belastungen in der Kläranlage.
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