Klinik-Aus: Wittstock soll möglichst Medizinstandort bleiben

In Wittstock/Dosse soll die Klinik Ende nächsten Jahres schließen.
Die Stadt soll aber weiter gut medizinisch versorgt werden - darauf
dringen Landesregierung und Bürgermeister. Was können sie tun?

Wittstock/Dosse (dpa/bb) - Nach dem geplanten Aus für das Krankenhaus
in Wittstock/Dosse läuft eine Aktion zur Sicherung der medizinischen
Versorgung an. Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller
(parteilos, für BSW) und Bürgermeister Philipp Wacker (CDU) wollen
den Standort erhalten. «Es wird keine Strukturveränderung geben, ohne
dass alternative Versorgungsangebote entstehen. Die Notfallversorgung
muss dauerhaft gewährleistet bleiben», teilte Müller nach einem
Treffen mit Wacker mit. Viele Regionen würden in der
Krankenhausreform zu wenig berücksichtigt.

Runder Tisch geplant

Der Bürgermeister plant, für Anfang September zu einem Runden Tisch
einzuladen. «Eine dauerhafte Notaufnahme und die kardiologische
Versorgung sind für uns unverzichtbar», sagte Wacker. «Wir erwarten
vom Bund, dass ländliche Räume wie unserer besser berücksichtigt
werden.»

Die KMG Kliniken Nordbrandenburg will den Standort Wittstock zum 1.
Januar 2027 schließen. Sie begründet das Aus mit Vorgaben der
Krankenhausreform. Die Betreibergesellschaft hatte sich aber offen
für eine mögliche weitere Nutzung gezeigt. Die Kardiologie (Herz- und
Kreislauferkrankungen) und die Gastroenterologie (Krankheiten des
Magen-Darm-Trakts) sollen in die Klinik Pritzwalk (Prignitz)
verlagert werden.

Müller will Betreiberfirma in die Pflicht nehmen

Die Ministerin will in der kommenden Woche mit der Spitze der KMG
Kliniken sprechen: «KMG hat einen Versorgungsauftrag. Wir werden sie
in die Pflicht nehmen», sagte Müller. Wittstock sei trotz der
Fachabteilungen kein sogenanntes Sicherstellungskrankenhaus und falle
damit nicht unter Ausnahmeregelungen der Reform.

Die Krankenhausreform ist seit 1. Januar in Kraft. Geplant ist, dass
die Länder ihren Kliniken bis Ende 2026 Leistungsgruppen zuweisen.
Die Finanzierung soll schrittweise umgestellt werden. Die
SPD/BSW-Koalition will alle Krankenhausstandorte erhalten - aber
nicht zwingend als Klinik. Müller setzt auf eine engere Verzahnung
von Krankenhäusern und Arztpraxen. Die Reform bringt nach ihrer
Ansicht längere Wege zum Arzt.

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