DRK fordert Pflichtunterricht an Schulen zu Wiederbelebung

Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 10.000
Menschen an Herzversagen, weil ihnen nicht rechtzeitig geholfen
wurde. Hilfe muss schon in der Schule gelernt werden, meint das DRK.

Schwerin (dpa/mv) - Schüler sollen nach dem Willen des Deutschen
Roten Kreuzes (DRK) in Mecklenburg-Vorpommern möglichst früh in
Maßnahmen der Wiederbelebung geschult werden. In einem Brief an
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mahnt der Landesverband
einen verbindlichen Reanimationsunterricht in den Schulen an. 

In Dänemark sei dies bereits fester Bestandteil der Lehrpläne, heißt

es in einer Mitteilung des DRK. Dort würden Jugendliche ab dem
zwölften Lebensjahr jährlich geschult. Die Laienreanimationsquote,
also das spontane Eingreifen von Passanten bei Herzstillstand, liege
in Dänemark bei über 80 Prozent, in Deutschland dagegen lediglich bei

etwa 50 Prozent. 

Verbindlicher Reanimationsunterricht ab Klasse sieben 

Frühe Schulung senke die Hemmschwelle, im Notfall einzugreifen und so
Leben zu retten, warb DRK-Landesarzt Bernd Müllejans für eine
flächendeckende Einführung von Reanimationsunterricht in
Mecklenburg-Vorpommern. Modellprojekte wie etwa in Rostock oder
Güstrow hätten gezeigt, dass das Wiederbelebungstraining an Schulen
gut angenommen werde. Das DRK schlägt verbindlichen Unterricht dazu
ab Klasse sieben vor und bietet Hilfe bei der Umsetzung an. 

«Es geht um nichts weniger als um Menschenleben», betont
DRK-Bundesarzt Bernd Böttiger. Jeder könne helfen, wenn er wisse,
wie. Mehr als 70.000 Menschen würden jedes Jahr in Deutschland an
einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand sterben. Wenn im Notfall
sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen werde, könnten nach
Böttigers Schätzung mindestens 10.000 Menschenleben zusätzlich
gerettet werden.

Erster Anlauf schon 2014  

Bereits 2014 hatte der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz auf
Empfehlung von Rostocker Forschern die flächendeckende Einführung von
Reanimationsunterricht beschlossen. Initiator war der Rostocker
Notfallmediziner Gernot Rücker. Das Erlernen lebensrettender
Maßnahmen sei ebenso elementar wie Lesen, Schreiben und Rechnen,
hatte er betont. 

In einem Pilotprojekt waren seinerzeit in Mecklenburg-Vorpommern
binnen fünf Jahren etwa 43.000 Schüler mit Puppen darin geschult
worden, wie sie im Notfall helfen können. Daran müsse nun
flächendeckend angeknüpft werden, fordert der DRK-Landesverband. Auch
der Deutsche Rat für Wiederbelebung setzt sich für einen
deutschlandweit verpflichtenden Schülerunterricht ab Klasse sieben
ein. Nordrhein-Westfalen und Hessen haben dies nach erfolgreichen
Modellprojekten bereits beschlossen.

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