Tödliche Messerattacke in Beelitz: Mann muss in Psychiatrie
Ein 23-Jähriger gesteht, einem Nachbarn die Kehle aufgeschlitzt und
ihn so getötet haben. Später folgt ein Messerangriff auf eine Frau.
Nun ist ein Urteil im Prozess in Potsdam gefallen.
Potsdam (dpa) - Der 23-Jährige zeigte kaum eine Regung, als der
Richter das Urteil verkündete: Nach der tödlichen Messerattacke und
dem Angriff auf eine Frau in der brandenburgischen Kleinstadt Beelitz
wird er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die
Kammer hat aufgrund einer schizophrenen Erkrankung seine
Schuldunfähigkeit festgestellt, weshalb der Mann mit guineischer
Staatsangehörigkeit freigesprochen wurde, hieß es bei der
Urteilsverkündung am Landgericht Potsdam.
Die Gefahr, die von ihm ausgehe, sei jedoch «gravierend», sagte der
Vorsitzende Richter Bodo Wermelskirchen. Daher sei eine Unterbringung
in einer psychiatrischen Klinik unerlässlich, die Staatsanwaltschaft
hatte dies bereits zu Beginn angestrebt.
Getöteter Nachbar war Freund
Die Taten spielten sich auf einem Areal im Beelitzer Ortsteil
Heilstätten ab. Der 23-Jährige hatte vor dem Landgericht Potsdam
gestanden, am 14. Januar zunächst einen Nachbarn mit einem Messer die
Kehle durchgeschnitten und ihn dadurch getötet zu haben.
Der 24 Jahre alte Nachbar sei ein Freund gewesen, hieß es in der
Verlesung. Der Angeklagte ließ sich demnach auf Wunsch des Nachbarn
regelmäßig mit verbundenen Augen fotografieren, verlangte im Gegenzug
dafür Geld - er hatte Schulden. Am Tag der Tat habe der 23-Jährige
dem Nachbarn die Augen verbunden - und anschließend zum mitgebrachten
Messer gegriffen.
Nach dem Kehlenschnitt verteilte der Angeklagte laut Anklage unter
anderem eine Decke und Müll auf dem Körper des jungen Mannes und
zündete die Gegenstände an. Dann sei er aus der Wohnung gegangen und
habe sowohl das Messer als auch den Fernseher und das Handy des Toten
mitgenommen. Der Kammer zufolge war sein Ziel, den Fernseher zu
verkaufen. Später habe der 23-Jährige die Feuerwehr gerufen, um von
seiner Tat abzulenken. Nachbarn fanden den Leichnam, ein Zeuge
berichtet von einer großen Menge Blut.
Zweiter Angriff auf Bekannte
Der Angeklagte übernachtete nach seiner Schilderung in der Nacht nach
dem Mord bei einer Bekannten - seinem zweiten Opfer. Rund zwei Wochen
nach der Tötung des Mannes griff er die Frau in ihrer Wohnung auf dem
Areal mit einem Messer an. Die 52-Jährige, mit der er sich regelmäßig
für Geschlechtsverkehr traf, überlebte die schweren Verletzungen.
Vor Gericht sagte sie aus, der junge Mann habe sie erst gewürgt und
dann angefangen, sie mit dem Messer zu schneiden. Zuvor habe er
«normal» auf sie gewirkt. Als sie sich wehrte und um Hilfe schrie,
sei der 23-Jährige aus dem Fenster des ersten Stocks gesprungen.
«Weibliche Stimme» im Kopf
Der Mann berichtete vor Gericht von einer «weiblichen Stimme», die in
seinem Kopf zu ihm spricht und ihm in beiden Fällen befohlen habe,
einen Menschen umzubringen. Er habe deswegen bereits vor den Taten
mehrfach seinen Hausarzt aufgesucht. Der 23-Jährige ist nach eigenen
Angaben seit 2016 in Deutschland und arbeitete zur Tatzeit als
Pflegekraft in Beelitz-Heilstätten.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.