Arzt von Mordvorwurf freigesprochen
Im Prozess um den Tod eines Patienten in einer Kelheimer Klinik ist
vor dem Landgericht Regensburg das Urteil gegen den angeklagten Arzt
gesprochen worden.
Regensburg (dpa/lby) - Ein Arzt ist vor dem Landgericht Regensburg
vom Vorwurf des Mordes an einem Patienten freigesprochen worden.
Damit folgte die Strafkammer den Plädoyers von Verteidigern und
Staatsanwaltschaft. Beide Seiten hatten einen Freispruch für den
Mediziner gefordert. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann
ursprünglich vorgeworfen, einen 79 Jahre alten Patienten in einem
Krankenhaus in Kelheim mit einer Medikamenten-Überdosis getötet zu
haben.
Mehrere Punkte hob der Vorsitzende Richter in seiner
Urteilsbegründung hervor. Im Fokus stand vor allem die vom Arzt
durchgeführte Therapiezieländerung von kurativ auf palliativ. Diese
hätte - unter Berücksichtigung des Patientenwillens - mit den
Angehörigen ausführlich besprochen und abgewogen werden müssen. Den
Angehörigen sei dieser Schritt jedoch nicht ausreichend erläutert
worden - allerdings sei nicht auszuschließen, dass sie zugestimmt
hätten.
Darüber hinaus könne man nicht sagen, ob der Patient an der von dem
Arzt verordneten Menge von 20 Milligramm Morphin pro Stunde gestorben
wäre. Die in der Dokumentation verzeichnete Anordnung einer Gabe der
doppelten Dosis stammte den Erkenntnissen nach nicht von dem Arzt.
Der Anklage nach sollte der Arzt dem Patienten im Juli 2022 eine
Überdosis Morphin verabreicht haben, um dessen Leben «nach eigenem
Gutdünken selbstherrlich gezielt zu verkürzen». Der Arzt hatte diesen
Vorwurf stets zurückgewiesen. Seine Verteidiger hatten die
Ermittlungen von Prozessbeginn an als unzureichend kritisiert.
Verteidiger: Erleichterung bei Mandanten
Nach dem Freispruch sprachen die Verteidiger von großer Erleichterung
bei ihrem Mandanten. Die Urteilsbegründung sei sehr komplex. Sie habe
aber gezeigt, wie wichtig Dokumentation sowie Kommunikation mit den
Angehörigen seien. «Das ist eine Absicherung für jeden Arzt, der so
eine schwerwiegende Entscheidung trifft», sagte Anwalt Georg Karl.
Der Arzt hatte sich von Ende April 2024 bis Ende Juni 2025 in
Untersuchungshaft befunden. Unter anderem hierfür sei er zu
entschädigen, so der Vorsitzende Richter in seinem Urteil.
Parallel war der Mediziner in einem zweiten Verfahren um den Tod
einer 23 Jahre alten Krankenschwester angeklagt gewesen. Hier ist er
im April bereits rechtskräftig freigesprochen worden. Die
Staatsanwaltschaft hatte ihm Aussetzung mit Todesfolge vorgeworfen.
Online-Wechsel: In drei Minuten in die TK
Online wechseln: Sie möchten auf dem schnellsten Weg und in einem Schritt der Techniker Krankenkasse beitreten? Dann nutzen Sie den Online-Beitrittsantrag der TK. Arbeitnehmer, Studenten und Selbstständige, erhalten direkt online eine vorläufige Versicherungsbescheinigung. Die TK kündigt Ihre alte Krankenkasse.