Strengere Regeln für Cannabis als Medizin geplant
Kiffen ist inzwischen mit vielen Auflagen für Erwachsene erlaubt.
Stark gewachsen ist aber auch der Markt für Cannabis als Medikament -
da sollen nun sollen Schranken gegen Missbrauch kommen.
Berlin (dpa) - Für die Abgabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken
sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU)
künftig strengere Regeln gelten. Verschreibungen von Cannabisblüten
soll es nur noch nach persönlichem Kontakt mit einem Arzt oder einer
Ärztin in der Praxis oder bei Hausbesuchen geben, wie aus einem
Referentenentwurf des Ressorts hervorgeht. Zu haben sein soll
Medizinal-Cannabis nicht mehr per Versand, sondern nur in Apotheken.
Zuerst berichtete die Mediengruppe Bayern darüber.
Hintergrund ist demnach, dass die Importe von Cannabis zu
medizinischen Zwecken «über das zu erwartende Maß hinaus» angestieg
en
sind - viel stärker als Verordnungen auf Kosten der gesetzlichen
Krankenversicherungen. Warken hatte bereits deutlich gemacht, dass
sie den Anstieg mit Sorge sieht und Missbrauch bekämpfen will. Es sei
sehr einfach, online an Verschreibungen zu kommen, sagte sie im
Frühjahr der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Medizinal-Cannabis
sei aber nicht für den normalen Konsum gedacht.
«Persönlicher ärztlicher Kontakt geboten»
Gesetzlich ausgeschlossen werden daher soll nun eine Verschreibung
nur in einer Videosprechstunde. Wegen Suchtgefahr, weiterer
Gesundheitsrisiken und unerwünschter Arzneimittelwirkungen sei «ein
persönlicher ärztlicher Kontakt mit der zu behandelnden Person
sinnvoll und geboten», heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen
Presse-Agentur vorliegt. So müssten Patienten individuell aufgeklärt
werden und auch in eine Behandlung einwilligen.
Der Online-Versand von Cannabisblüten soll ebenfalls unterbunden
werden, stattdessen sollen sie in Apotheken zu bekommen sein - auch
dort mit Aufklärung und Beratung. Für Folgeverschreibungen soll
gelten, dass in den vorigen vier Quartalen inklusive des aktuellen
Quartals ein persönlicher Kontakt mit einem Arzt oder einer Ärztin
stattgefunden haben muss.
Im Zuge der generellen Legalisierung von Cannabis für Volljährige
2024 war auch der Umgang damit zu medizinischen Zwecken neu geregelt
worden. Für diese Verwendung ist Cannabis seitdem ein
verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Behandelt werden können damit
unter anderem Schmerzen.
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