«Summer of love» - Landesgartenschau in Kirchheim gestartet

In Kirchheim bei München hat die Landesgartenschau begonnen. Die
Verantwortlichen hoffen auf einen «Summer of love», Söder darauf,
dass niemand dort ihm unliebsame Pflanzen anbaut.

Kirchheim bei München (dpa/lby) - In Kirchheim bei München hat am
Mittwoch die bayerische Landesgartenschau begonnen. «Es ist ein
echter Mehrwert, der dauerhaft für Euch geschaffen wird», sagte
Schirmherr Markus Söder (CSU) in seiner Eröffnungsrede. Er sprach von
einem «bleibenden Wert» und betonte die Besonderheit der Kirchheimer
Schau, die den Ort mit der Nachbargemeinde Heimstetten verbindet. 

Von einem «Summer of love» hatte zuvor der Kirchheimer
Altbürgermeister Maximilian Böltl (CSU) gesprochen, der das Projekt
in seiner Amtszeit initiiert hatte. 

21 Millionen Euro hat die Landesgartenschau nach Angaben von Bayerns
Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) gekostet. Ob diese
Summe gerechtfertigt sei, werde sich nach der Eröffnung nun «niemand
mehr fragen», betonte er.

«Es könnte eine Mustergartenschau sein für viele andere», sagte
Ministerpräsident Söder - auch wenn der Freistaat andernorts wohl
tiefer in die Tasche greifen müsse als bei der reichen Gemeinde im
Münchner Speckgürtel. «Wir müssen die Förderung erhöhen. Kirchh
eim
hat das locker bezahlt aus der Hosentasche.»

Die Schau, die bis zum 6. Oktober laufen soll, steht unter dem Motto
«Zusammen.Wachsen». Das neu gestaltete Gartenschau-Gelände integriert

wichtige Einrichtungen des Ortes wie das Rathaus, die beiden Schulen
sowie das Jugend- und das Seniorenzentrum. 

Neben heimischen Arten wurden auch rund 800 Bäume neu gepflanzt, die
teils dem Klimawandel besser widerstehen sollen. Gut 90
Ausstellungsbeiträge befassen sich auf dem 14 Hektar großen Gelände
mit aktuellen Zukunftsthemen von Klimawandel und Artenschutz bis zur
nachhaltigen Ortsentwicklung. 

Teils wurden bestehende landschaftliche Gegebenheiten belassen und
mit dem neuen Konzept verknüpft: Die Strauchwildnis im Norden war
ebenso schon da wie das zentral gelegene Wäldchen. Dazu kommen unter
anderem der See, eine bunte Wiese und Bürgergärten, die schon jetzt
Anwohner aus der unmittelbaren Umgebung selbst bewirtschaften. 

In rund 20 Mustergärten geben Garten- und Landschaftsbaubetriebe
Gartenfreunden Anregungen für die eigene Gestaltung. Für den
Nachwuchs steht ein rund 3000 Quadratmeter großer Spielplatz bereit -
unter dem Motto «Keltenwelten», das Bezüge zur Siedlungsgeschichte
aus der Keltenzeit herstellt. Der neu angelegte, mit Schilf
bewachsene See bleibt wie der Park nach dem Ende der Schau bestehen.
Anders als der See nach der Bundesgartenschau 2005 in München ist es
aber kein Badesee.

Es gibt fünf sogenannten Sphären:  Wasser, Wildnis, Wald, Wiese - und

Garten. Bei letzterem kommen die Kirchen ins Spiel, die sich mit
einem «Holy Garden» in das Konzept eingebracht haben. Der Garten
Eden, das Paradies seien schließlich sehr biblische Themen. «In einer
Zeit, in der so viel Polarisierung gegeneinander da ist, brauchen wir
Orte des Zusammenwachsens», sagte der katholische Erzbischof von
München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, der gemeinsam mit dem
evangelischen Landesbischof Christian Kopp einen Segen sprach. 

Söder, der auch daran erinnerte, dass er gerne Bäume umarme, sagte
über die Gartenschau insgesamt: «In schlimmen Momenten können Blumen

uns wirklich helfen.» Er schwärmte von Beeten mit Erdbeeren,
Zuckererbsen und Tee und betonte, wohl mit Blick auf die kürzlich zu
seinem Unwillen vollzogenen Teillegalisierung von Cannabis in
Deutschland: «Ich hoffe, dass keine anderen Pflanzen angebaut werden,
ehrlicherweise. Das weiß man in diesen Tagen nie so genau.»