T-Systems liefert digitale Identitäten für Cloud-Projekt «Gaia X»
Um das ambitionierte Projekt der europäischen Super-Cloud «Gaia X»
ist es seit dem Antreten der Ampelkoalition im Bund ruhig geworden.
Immerhin befindet sich jetzt in dem Werkzeugkasten von «Gaia X» ein
Dienst, mit dem man digitale Identitäten nachweisen kann.
Berlin (dpa) - Die Telekom-Tochter T-Systems wird künftig für das
europäische Cloud-Projekt «Gaia X» eine so genannte «ID Wallet» f
ür
den digitalen Identitätsnachweis bereitstellen. Auftraggeber ist der
eco-Verband der Internetwirtschaft im Auftrag des
Bundeswirtschaftsministeriums, teilte T-Systems am Mittwoch in Berlin
mit. Außerdem wurde das Unternehmen beauftragt, für den auf
Steuerberater spezialisierten Business-Software-Anbieter Datev eine
ID-Lösung für die Branche zu bauen.
Mit beiden Großprojekten entwickelt sich T-Systems zu einem wichtigen
Akteur im Markt der digitalen Identitäten. Zuvor hatte die
Krankenversicherung Barmer T-Systems damit beauftragt, für ihre 8,7
Millionen Versicherten die digitale Brieftasche von T-Systems und des
Login-Dienstes Verimi bereitzustellen. Die Lösung war vor zwei
Monaten durch das vom Bundesgesundheitsministerium kontrollierte
Unternehmen Gematik offiziell zugelassen worden.
Die ID-Lösungen von T-Systems setzen auf den elektronischen
Personalausweis auf. Da der «ePerso» aus technischen Gründen auf den
meisten Smartphones nicht direkt auf das Gerät geladen werden kann,
lagert der IT-Konzern die ID-Daten in eine mit Verschlüsselung streng
abgeschirmten Cloud-Lösung im Internet aus. Mit diesem System will
T-Systems nicht nur Menschen digital identifizieren, sondern künftig
auch Organisationen und vernetzte Maschinen.
T-Systems-CEO Adel Al-Saleh erklärte, die EU-Bürger sollen nach dem
Willen der EU künftig souverän entscheiden, mit wem sie Daten teilen.
«Digitale, sichere Identitäten sind hierfür der Schlüssel.» Sie
ermöglichten künftig in vielen Branchen neue digitale Anwendungen.
Das Projekt «Gaia X» war Jahr 2019 mit großen Versprechungen auf dem
Digitalgipfel der damaligen Bundesregierung gestartet worden. Ziel
ist es, nicht eine große eigenständige europäische Cloud-Lösung zu
schaffen, sondern ein vernetztes System, das viele Anbieter und
Nutzer von Daten- und Cloud-Diensten miteinander verbindet. Während
bei «Gaia X» noch viele Ziele nicht erreicht wurden, gelten bestimmte
Einzellösungen, die aus «Gaia X» herausgelöst wurden, als
Vorzeigeprojekte. Dazu gehört vor allem «Catena X», die Cloud der
Automobilhersteller.
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