Mordanklage gegen angeblichen Heilpraktiker aus Esgrus
Flensburg (dpa/lno) - Wegen Mordes an seiner Ehefrau und sexuellen
Nötigung im besonders schweren Fall hat die Staatsanwaltschaft
Anklage gegen einen angeblichen Heilpraktiker aus Esgrus (Kreis
Schleswig-Flensburg) erhoben. Der seit Ende September in
Untersuchungshaft sitzende Mann habe die schwer kranke 66-Jährige am
20. August 2022 getötet, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt am
Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Den Mordvorwurf bestreite
der 54-Jährige.
Laut Staatsanwaltschaft betrieb der Mann von 2014 bis Juli 2022 in
dem Haus des Paares ohne Qualifikation eine Praxis als Heilpraktiker.
An vier Frauen soll er in acht Fällen Massagen sowie nicht indizierte
und schmerzhafte Maßnahmen im Intimbereich vorgenommen haben, um sich
sexuell zu erregen. Zweimal lautet der Vorwurf gefährliche
Körperverletzung, sechsmal geht es um sexuelle Handlungen. Es gebe
bereits Ermittlungen in 15 Fällen möglicher weiterer Opfer, sagte
Winterfeldt. Deren Zahl könne sich noch erhöhen.
Ins Rollen gebracht wurde der Fall durch eines der Opfer des
angeblichen Heilpraktikers. Als die Frau die «Behandlung» abbrechen
wollte, drohte der Mann laut der Anklage, heimliche Nacktaufnahmen im
Netz zu veröffentlichen. Das Opfer erstattete Strafanzeige.
Der Beschuldigte räumte laut Staatsanwaltschaft ein, ohne Ausbildung
als Heilpraktiker praktiziert zu haben. Er wies den Vorwurf der
sexuellen Befriedigung aber zurück. Zum Mordvorwurf gab er an, seine
körperlich geschwächte Ehefrau habe gemeinsam mit ihm aus dem Leben
scheiden wollen. Ungerechtfertigte Vorwürfe und Ermittlungen gegen
ihn hätten diese «kaputt gemacht».
Dagegen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der eigentums-
und vermögenslose aufgrund der Ermittlungen gegen ihn Angst hatte,
seine Frau könne sich von ihm abwenden und er alles verlieren. Ziel
sei ihr Erbe gewesen. Ohne deren Wissen soll er seiner Fau eine
Überdosis eines Medikamentencocktails verabreicht haben. Als sie
nicht sofort starb, stach er ihr demnach mit einem Küchenmesser mit
20 Zentimeter langer Klinge zweimal in den Bauch. Laut Rechtsmedizin
war Tablettenvergiftung die Todesursache.
Das Landgericht Flensburg hat noch nicht über den Beginn der
Hauptverhandlung entschieden.
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