Schüler ab zwölf Jahre sollen künftig Nasenabstrich nehmen

Bisher nutzen Thüringer Schüler einen Lollitest, wenn bei ihnen eine
Corona-Infektion erkannt werden soll. Er gilt als besonders leicht zu
handhaben. Nun soll es für ältere Schüler eine Umstellung geben.

Erfurt (dpa/th) - Thüringer Schüler in den höheren Klassen sollen f
ür
Corona-Tests künftig selbst einen Nasenabstrich nehmen. Für Kinder
und Jugendliche ab zwölf Jahre sollen nach den Winterferien
Antigen-Schnelltests für die Nase benutzt werden statt wie bisher
Lollitests, die im Mund angewendet werden, sagte ein Sprecher des
Thüringer Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur in
Erfurt. Der genaue Start der Umstellung steht noch nicht fest und
hängt unter anderem von neuen Testlieferungen ab. Für Kinder unter
zwölf Jahren bleibt es beim bisherigen Verfahren mit Lollitests.

Ihre Anwendung gilt als besonders einfach. Nach Angabe des Sprechers
sind sie vor allem bei hoher Viruslast verlässlich. Von den Tests für
die Nase verspreche man sich auch bei einer mittleren Viruslast eine
hohe Empfindlichkeit beim Erkennen einer Corona-Infektion.

«Wir haben damit einen sehr zuverlässigen Test für die Zeit nach den

Winterferien», sagte der Sprecher. Bei der Anwendung soll sich für
die Lehrer wenig ändern - sie beaufsichtigen wie bisher die
Durchführung der Tests. Die Winterferien sind Mitte Februar,
Schulbeginn ist wieder am 21. Februar.

Für die älteren Schülerinnen und Schüler wird die Anwendung etwas
aufwendiger: Sie müssen bei sich selbst einen Nasenabstrich nehmen
und eine Lösung benutzen, mit deren Hilfe eine Infektion erkannt
werden soll. «Wir halten die Anwendung des Nasaltests bei Kindern ab
zwölf Jahren für möglich», sagte der Sprecher.

Die Tests für die Nase haben einen finanziellen Vorteil, wie eine
Kostenaufstellung zeigt: Für die Zeit nach den Winterferien hat das
Bildungsministerium 2,35 Millionen Tests für die Nase bestellt - für
5,4 Millionen Euro. Außerdem wurde eine Bestellung von 2,45 Millionen
Lollitests ausgelöst. Kosten: 11,5 Millionen Euro. Die Lollitests
sind also fast doppelt so teuer wie die Tests für die Nase.

Ob sich nach den Winterferien auch die Anzahl der wöchentlichen Tests
an den Schulen erhöht, ist noch unklar. Derzeit wird an Thüringer
Schulen zwei Mal pro Woche getestet. In anderen Bundesländern gibt es
teils drei oder mehr Tests pro Woche.