Digitaler Neujahrsempfang: Dreyer ruft zu Zusammenhalt auf

Mainz (dpa/lrs) - «Haben Sie es gut in diesem Jahr 2022!» Mit diesem
Zuruf hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer
(SPD) bei einem digitalen Neujahrsempfang zu Zuversicht und
Zusammenhalt aufgerufen. «Die Pandemie und die schlimme Flut haben
uns vor Augen geführt, dass wir trotz allen Fortschritts am Ende doch
sehr verletzlich sind», sagte die Regierungschefin am Dienstag in der
Staatskanzlei in Mainz. Krisen könnten aber nur gemeinsam bewältigt
werden. «Wenn es darauf ankommt, dann halten die
Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer zusammen.»

Das vergangene Jahr habe allen erneut sehr viel abverlangt, sagte
Dreyer. Mit Blick auf die Einschränkungen in der Corona-Situation
dankte sie allen, «die die Maßnahmen mittragen, die nicht verzagen,
die zuversichtlich sind». Wer sich noch nicht habe impfen lassen,
solle dies angesichts der steigenden Zahl von Infektionen mit der
Virusvariante Omikron jetzt tun.

«135 Menschen sind gestorben - und sie fehlen jeden Tag», sagte
Dreyer ein halbes Jahr nach der Flutkatastrophe. Sie sei sehr
optimistisch, dass der Wiederaufbau vor Ort gelingen werde. Erste
Meilensteine seien geschafft. «Doch wird es noch viele Jahre dauern.
Und wir werden auch Geduld brauchen, bis die äußeren und inneren
Wunden verheilen.»

Als Gäste des Neujahrsempfangs sagten die Schwestern Meike und Dörte
Näkel vom Weingut Meyer-Näkel in Dernau an der Ahr, sie hätten sich
schon in der Nacht der Katastrophe zum Wiederaufbau entschlossen -
«dass wir versuchen, das Positive daraus zu greifen und die Arbeit im
Betrieb, im Weingut neu zu denken». Dörte Näkel sagte: «Für 2022

wünsche ich mir, dass das Ahrtal nicht vergessen wird, dass die Hilfe
andauert, dass die Gäste wiederkommen - die Natur ist immer noch
schön.»

Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang von der Sopranistin
Alexandra Tschida mit dem Lied «An der sonnigen Ahr», einer Aufnahme
des Landesjugendchores sowie dem Jazz-Ensemble «Willkür» mit der
Saxophonistin Sofia Will von der Hochschule für Musik Mainz.