Teils mehrere Stunden Wartezeit für kostenfreien PCR-Test in Berlin

Berlin (dpa/bb) - Die Nachfrage nach kostenfreien PCR-Tests in Berlin
hat massiv zugenommen. «Dem Senat ist bewusst, dass es derzeit zu
langen Schlangen und Wartezeiten vor den senatseigenen Testzentren
kommt», sagte eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung am Montag der
Deutschen Presse-Agentur.

Vor dem Testzentrum in Berlin-Neukölln standen am Mittag laut einer
dpa-Reporterin mehrere hundert Menschen in einer rund 200 Meter
langen Schlange an. Eine Mitarbeiterin des Testzentrums schätzte die
Wartezeit für einen PCR-Test auf mindestens zwei Stunden. «Das ist
kein guter Zustand, den wir sehr ernst nehmen», sagte die Sprecherin.
Zuvor hatten verschiedene Medien berichtet. Das Personal reicht nicht
ansatzweise aus, um den Bedarf an Schnelltests und an PCR-Tests zu
decken», sagte ein Sprecher der Bezirksverwaltung Neukölln dem RBB.

Die Auslastung der senatseigenen Testzentren ist laut
Gesundheitsverwaltung jeden Tag etwas unterschiedlich. Demnach war am
Sonntag das Testzentrum Plaza in Friedrichshain-Kreuzberg geringfügig
höher ausgelastet als die anderen Zentren. Nach eigenen Angaben prüft
die Verwaltung zurzeit alle Möglichkeiten, wie die Kapazitäten für
kostenfreie PCR-Tests erhöht werden können - «sei es über Maßnahm
en
in den senatseigenen Testzentren wie Ausweitung der Öffnungszeiten,
mehr Personal oder auch über eine Beauftragung privater Testzentren»,
sagte die Sprecherin. Elf landeseigene Teststellen gibt es in Berlin.

Laut Verwaltung besteht Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test in
den senatseigenen Testzentren, wenn ein Selbsttest positiv ausfällt,
die Corona-Warn-App ein erhöhtes Risiko anzeigt oder der Betroffene
vom Gesundheitsamt oder dem behandelnden Arzt offiziell als
Kontaktperson festgestellt wurde. Zudem können sich diejenigen testen
lassen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können und
an einer 2G-Veranstaltung teilnehmen möchten.

Erkrankte Personen sollten sich an ihren Hausarzt oder ihre
Hausärztin wenden. «Symptome können ganz unterschiedliche Ursachen
haben und müssen nicht zwangsläufig auf eine Infektion mit Corona
hindeuten», sagte die Senatssprecherin. Demnach sei eine umfassende
Diagnose notwendig, die in den senatseigenen Testzentren nicht
erfolgen könne.