Corona-Infektionsrate in Sachsen wieder gestiegen

Ist es die Ruhe vor dem Sturm, oder beruhigt sich die Corona-Pandemie
in Sachsen auf einem hohen Niveau? Während die Infektionszahlen
zuletzt leicht rückläufig waren oder stagnierten, sind sie am
Wochenende wieder gestiegen.

Dresden (dpa/sn) - Die Corona-Pandemie bekommt in Sachsen wieder
Aufwind. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz
für den Freistaat am Samstag mit 319,4 an, am Vortag waren es 303,3.
Bundesweit steht Sachsen damit aber vergleichsweise noch gut da. Nur
fünf Bundesländer haben einen geringeren Wert. Für ganz Deutschland
lag er bei 362,7. Bremen ist mit 1032,6 derzeit Spitzenreiter. Der
Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben
Tagen registriert wurden.

Nach Angaben des RKI kamen am Wochenende in Sachsen insgesamt 3081
nachgewiesene Corona-Infektionen und 102 Todesfälle dazu. Damit haben
sich hierzulande seit Beginn der Pandemie 668 949 Frauen, Männer und
Kinder nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 13 397 starben im
Zusammenhang mit einer Infektion. Die höchste Wocheninzidenz hatte am
Sonntag der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 420,5,
die geringste der Landkreis Zwickau mit 239,1 - allerdings auch hier
mit steigender Tendenz.

Unterdessen gingen die Bemühungen weiter, die schlechte Impfquote der
Sachsen aufzubessern. Bei der Aktion «Bautzen impft: für mich, für
Dich, für alle» gab es nach Angaben der Organisatoren reichlich
Andrang. «Wir sind froh, dass dieses Angebot so gut angenommen wurde.
Die Menschen waren sehr dankbar über die ruhige und gut organisierte
Atmosphäre», erklärte Mitorganisator Peter-Paul Straube. Die ersten
Impfwilligen kamen kurz nach 8 Uhr und damit fast eine Stunde vor
Beginn der Aktion, hieß es. Jugendliche ließen sich genauso impfen
wie Hochbetagte, die meisten seien aber zwischen 30 und 50 Jahre alt
gewesen. Geimpft wurde mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna.

Sachsen trägt bei der Impfquote in Deutschland die rote Laterne. Die
Quote für doppelt Geimpfte liegt nur bei 61,1 Prozent. Zum Vergleich:
In Bremen sind es 84,0, die meisten Bundesländer haben eine Quote von
mehr als 70. Nur Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Sachsen
liegen darunter.