Beschäftigte von Asklepios-Kliniken Brandenburg weiter im Warnstreik

22.09.2021 16:39

Brandenburg/Havel (dpa/bb) - An den drei Brandenburger
Asklepios-Kliniken wird weiter gestreikt. Das Arbeitsgericht
Brandenburg an der Havel hat Anträge von Asklepios, den Warnstreik zu
untersagen, am Mittwoch abgelehnt. «Die Kammer hat den von Verdi
vorgelegten Plan zur Notversorgung als ausreichend erachtet», so
Gerichtssprecher Toralf Engelbrecht. Asklepios kündigte an, gegen die
Entscheidung Rechtsmittel beim Landesarbeitsgericht
Berlin-Brandenburg eingelegen zu wollen.

Die Gewerkschaft kritisiert, dass die 1450 Mitarbeiter in Brandenburg
für die gleiche Arbeit teilweise bis zu 10 600 Euro weniger pro Jahr
verdienten als ihre Kollegen in den Hamburger Kliniken des Konzerns.
Der Warnstreik in den Kliniken in Brandenburg/Havel, Lübben und
Teupitz soll bis Freitag dauern.

Gebe es bis Freitag kein verbessertes Angebot von Asklepios, solle
über einen unbefristeten Streik abgestimmt werden, sagte
Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke der dpa. Bei den Kliniken wird
seit Mitte Mai immer wieder gestreikt, zunächst nur einige Stunden,
derzeit soll sich der Arbeitskampf über vier Tage am Stück ziehen.
Im Streik befinden sich etwa 200 Beschäftigte. «Wir haben mit diese
m
Ergebnis gerechnet und sehen uns darin bestärkt», so Franke mit Blick
auf die Entscheidung des Arbeitsgerichts.

Beim Arbeitgeber hieß es, der seit 2013 bestehende Haustarifvertrag
sei mit Verdi vereinbart und speziell auf psychiatrisch-neurologische
Fachkliniken ausgerichtet worden. Der jüngste Vorschlag sehe je nach
Berufsgruppe höhere Gehälter innerhalb der zweijährigen Laufzeit von

bis zu 16 Prozent vor, so Kliniksprecher Rune Hoffmann. Damit liege
man mit dem Angebot auf Höhe anderer Haustarife von Kliniken in
Brandenburg. Eine vollständige Angleichung des Haustarifvertrags an
den öffentlichen Dienst lehnt Asklepios ab.

Nach Berechnungen der Gewerkschaften entspreche das Angebot nur einer
Gehaltssteigerung zwischen 5,3 und 8,5 Prozent. Hinzu käme eine
einmalige Corona-Sonderzahlung in Höhe von 1200 Euro, für die es aber
ein Jahr lang keine Tarifsteigerung geben solle, so Verdi.