Spahn erwartet im Frühjahr Herdenimmunität und Ende der Pandemie

22.09.2021 04:00

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet im
kommenden Frühjahr mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus
und damit mit einem Ende der Pandemie. «Wenn keine neue Virusvariante
auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr
unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr
überwunden und können zur Normalität zurückkehren», sagte der
CDU-Politiker der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwoch).
«Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob
durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung ist definitiv der
sicherere Weg dorthin», sagte Spahn.

«Wer sich nicht impfen lässt, der wird mit einer hohen
Wahrscheinlichkeit erkranken», sagte der Minister und warnte davor,
die Ansteckungsgefahren angesichts der aktuell sinkenden
Infektionszahlen zu unterschätzen. «Auch letztes Jahr hatten wir um
diese Jahreszeit eine solche Verschnaufpause. Wir sind also noch
nicht durch. Im Herbst und Winter, wenn wir alle wieder viel mehr in
Innenräumen sind und das Immunsystem weniger stark ist, steigt auch
das Risiko, sich anzustecken.» Den gegenwärtigen Rückgang der
Infektionszahlen führte Spahn vor allem auf das Ende der
Urlaubssaison und die verschärften Testregeln zurück.

Es sei noch zu früh, die Corona-Maßnahmen aufzuheben, betonte der
Gesundheitsminister. «Wenn wir gar keine Schutzmaßnahmen mehr hätten,

würden unsere Intensivstationen durch die noch zu große Zahl
Ungeimpfter überlastet», sagte Spahn. Für einen «Freedom Day» wie
in
anderen Ländern sei in Deutschland die Impfquote noch nicht hoch
genug. Gut 67 Prozent aller Einwohner in Deutschland haben bisher
mindestens eine Impfung erhalten, über 63 Prozent sind vollständig
mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft.

Spahn kündigte ferner mehr Anstrengungen zur Forschung und Behandlung
von Long Covid, dem Anhalten von Corona-Symptomen über viele Wochen,
an. Darüber wisse man noch nicht viel. Es gebe kein einheitliches
Krankheitsbild und keine eindeutige Diagnose.