Suchtbericht 2020: Weniger Hilfesuchende, mehr Eltern

21.09.2021 12:42

Schwerin (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern haben sich im
Crona-Jahr 2020 weniger Menschen an eine der 25 Suchtberatungsstellen
gewandt als im Jahr davor. «9276 Menschen haben im Jahr 2020 Hilfe
gesucht», hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des
Gesundheitsministeriums. Im Vorjahr waren es noch 10 324 Klientinnen
und Klienten, so die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen
(Lakost), die den Bericht erstellt. Dazu zählten sowohl Suchtkranke
als auch deren Angehörige. Dabei sei der Anteil der Frauen an den
Hilfesuchenden der Mitteilung zufolge leicht auf knapp unter ein
Viertel angestiegen.

Deutlich zugenommen habe dagegen der Anteil der Eltern unter den
Angehörigen, 2020 seien dies 994 und damit 31 Prozent gewesen. 2019
lag dieser Anteil nur bei 13 Prozent. «Das lässt darauf schließen,
dass Eltern durch die Pandemie (Homeoffice und Homeschooling)
entweder den Konsum der Kinder bemerkt haben oder die Kinder durch
den Lockdown (Langeweile, Freunde nicht treffen etc.) angefangen
haben zu konsumieren oder den Konsum verstärkt haben», hieß es im
Suchtbericht.

Alkoholmissbrauch bleibt dabei mit deutlichem Abstand die häufigste
Ursache, weswegen sich Menschen an die Suchtberatung wenden. Der
Mitteilung zufolge habe es dabei jedoch einen leichten Rückgang
gegeben. Statt wie im Vorjahr 6360 suchten im Jahr 2020 laut der
Lakost nur 5536 Menschen Hilfe wegen Problemen in Verbindung mit
Alkohol. Die zweitgrößte Hauptdiagnose sei im gesamten Nordosten
Cannabis, mit um die 1000 Klientinnen und Klienten ist diese
Personengruppe dem Bericht zufolge aber deutlich kleiner. Auch dabei
sei die Zahl im Vorjahresvergleich gesunken.