Vivantes und Verdi wollen am Dienstag Gespräche führen

17.09.2021 15:58

Berlin (dpa/bb) - Im Tarifstreit an den landeseigenen Krankenhäusern
in Berlin wollen sich Verdi und Vivantes in der kommenden Woche zu
Gesprächen treffen. Ein Spitzengespräch zwischen Vertretern der
Gewerkschaft und der Charité ist bereits für Samstag geplant. Verdi
teilte am Freitag mit, Vivantes habe dagegen erst für Dienstag und
Mittwoch Sondierungstermine angeboten und warf der Geschäftsführung
vor, auf Zeit zu spielen. Eine Vivantes-Sprecherin sagte, der
Klinikkonzern sei zu Verhandlungen bereit, kommentierte die
Verdi-Kritik aber nicht. Krankenhausmitarbeiter von Charité und
Vivantes sind seit Donnerstag vergangener Woche in einem
unbefristeten Streik. Sie setzen sich für einen
Entlastungstarifvertrag ein.

«Jeder Streiktag bedeutet Einschränkungen für die Menschen in dieser

Stadt», sagte Verdi-Verhandlungsführerin Meike Jäger am Freitag. Von

beiden Seiten könne man erwarten, alles für eine schnelle Einigung am
Verhandlungstisch zu tun.

Bei den Vivantes-Tochtergesellschaften soll der Streik am Wochenende
ausgesetzt werden. Am Samstag sind Verhandlungen verabredet. Verdi
verlangt die Anwendung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst
auf alle Beschäftigten der Tochtergesellschaften. Zu ihnen gehören
unter anderem medizinische Versorgungszentren,
Patientenbegleitservice, Wäscherei und Speiseversorgung. Für den
Arbeitgeber wäre das mit erheblich höheren Personalkosten verbunden.
«Wir setzen darauf, in dieser Verhandlungsrunde die Grundlage für
eine Einigung zu legen», sagte Verdi-Verhandlungsführer Ivo Garbe am
Freitag.

Vivantes habe zur Tarifentwicklung in den Tochterunternehmen
innerhalb von drei Wochen drei Angebote gemacht und wiederholt
Gesprächsbereitschaft erklärt, sagte die Sprecherin. Für Samstag sei

ein mehrstündiges Treffen geplant. «Sollten die Gespräche konstruktiv

verlaufen, werden die Verhandlungen fortgesetzt.»

Ein Sprecher der Charité sagte, bei dem für Samstag geplanten
Spitzengespräch zwischen Charité und Verdi sollten grobe Linien und
ein möglicher Zeitplan thematisiert werden. «Wir würden begrüßen,
in
der kommenden Woche die Tarifverhandlungen in konstruktiver Weise
fortsetzen zu können.»