Weißes Haus bietet Rapperin Minaj nach Impf-Tweet Expertengespräch an

17.09.2021 01:24

Washington (dpa) - Nach einem viel diskutierten Tweet der US-Rapperin
Nicki Minaj über angebliche Nebenwirkungen einer Corona-Impfung hat
das Weiße Haus dem Popstar ein Gespräch mit einem Experten angeboten.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte am Donnerstag
(Ortszeit) in Washington, man habe angeboten, dass Minaj mit einem
der Gesundheitsfachleute der Regierung telefonieren könne, um ihre
Fragen zu Sicherheit und Effektivität einer Impfung zu beantworten.
Das Angebot sei auf Mitarbeiter-Ebene überbracht worden. Es sei noch
nicht über ein mögliches Format oder andere Details gesprochen
worden. Minaj hatte am Mittwoch auf Twitter geschrieben, sie sei ins
Weiße Haus eingeladen worden.

Minaj, die in Trinidad und Tobago geboren wurde und in New York
aufwuchs, hatte am Montag in einem Tweet Zweifel an der Sicherheit
einer Corona-Impfung geschürt. Die 38-Jährige schrieb, einem Freund
ihres Cousins auf Trinidad sei nach der Impfung gegen das Coronavirus
der Hoden angeschwollen und er sei impotent geworden. Minaj riet
dabei auch ihren mehr als 22 Millionen Followern, sich die
Entscheidung zur Impfung gut zu überlegen und sich nicht
einschüchtern zu lassen.

Dafür erntete die Rapperin viel Spott und Kritik. Großbritanniens
oberster medizinischer Regierungsberater, Chris Whitty, sagte, Minaj
solle sich schämen. Es gebe Menschen, die Unwahrheiten über die
Impfung verbreiteten, obwohl sie es besser wüssten. Der
Gesundheitsminister von Trinidad und Tobago, Terrence Deyalsingh, sah
sich zu einer öffentlichen Stellungnahme bemüßigt: Er erklärte, es

gebe in seinem Land keine Berichte über einen solchen Fall, und
beklagte zugleich, man habe «viel Zeit damit verschwendet, dieser
falschen Behauptung nachzugehen».

Die US-Regierung bemüht sich seit Monaten intensiv, Skeptiker und
Kritiker im Land von einer Corona-Impfung zu überzeugen. Rund 54
Prozent der Bevölkerung in den USA sind voll gegen das Coronavirus
geimpft. In den vergangenen Wochen kam die Impfkampagne angesichts
verbreiteter Impfskepsis nur noch sehr schleppend voran.