Masernimpfung für Tausende Afghanen auf US-Stützpunkt Ramstein

17.09.2021 12:57

Seit der Entdeckung einzelner Masern-Infektionen in den USA sind die
Flüge afghanischer Evakuierter von Ramstein aus ausgesetzt. In der
Pfalz wird nun geimpft. Die Versorgung ist laut Behörden gesichert.

Ramstein (dpa/lrs) - Auf dem US-Stützpunkt im pfälzischen Ramstein
hat medizinisches Personal mit dem Impfen afghanischer
Schutzbedürftiger gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken
begonnen. Auf der Air Base warten mehrere Tausend Geflüchtete auf
ihre Weiterreise in die USA. Die Impfungen werden von der
US-Gesundheitsbehörde CDC empfohlen. Masern sind eine der
ansteckendsten Krankheiten des Menschen überhaupt.

Die zuständige Kreisverwaltung in Kaiserslautern teilte am Freitag
mit, das örtliche Gesundheitsamt sei gemäß der Meldepflicht
informiert worden. «Die Versorgung mit Impfstoff ist gesichert»,
erklärte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, hatte am
Montag gesagt, bislang seien bei in den USA angekommenen Flüchtlingen
fünf Masern-Infektionen festgestellt worden. Die Betroffenen befänden
sich in Quarantäne. Aus Ramstein hatte es am Donnerstag geheißen, es
gebe dort einen bestätigten Infektionsfall. Die betroffene Person und
deren Familie seien isoliert worden.

Insgesamt sollen 9000 Menschen in Ramstein die Impfstoffe verabreicht
bekommen. Das werde mehrere Tage dauern. Die Evakuierungsflüge mit
afghanischen Schutzbedürftigen in die Vereinigten Staaten bleiben
wegen der Masern-Infektionen noch bis nächste Woche ausgesetzt.

«Anfang dieser Woche wurden in Ramstein Blutproben von 70 zufällig
ausgewählten Evakuierten entnommen», hatte die Air Base mitgeteilt.
94 Prozent wiesen demnach Antikörper auf. «Was darauf hindeutet, dass
die Evakuierten entweder in der Vergangenheit mit Masern infiziert
waren und sich davon erholt haben oder zuvor geimpft wurden.»

Ramstein ist der weltweit größte US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb

Amerikas. Ein Stützpunkt im Emirat Katar und jener in Rheinland Pfalz
sind die wichtigsten Drehkreuze für die Weiterreise der Afghanen, die
das US-Militär nach der Machtübernahme der Taliban ausgeflogen hatte.