Hessische Wirtschaft: Corona-2G-Modell macht Betriebe ratlos

12.09.2021 03:30

Wiesbaden (dpa/lhe) - In der hessischen Wirtschaft gibt es Skepsis
gegenüber der Einführung eines Corona-2G-Modells. «Der Vorstoß mach
t
die hessische Wirtschaft eher ratlos», sagte der Geschäftsführer des

Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK), Robert Lippmann,
der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Viele Betriebe würden
damit vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Mit einem 2G-Modell
sind Lockerungen für Menschen gemeint, die gegen das Coronavirus
geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind.

«Natürlich wollen alle größtmögliche Sicherheit gewährleisten
»,
betonte der IHK-Geschäftsführer. «Aber kaum jemand möchte Kunden
ausschließen, die nachweislich gesund oder aus unterschiedlichsten
Gründen ungeimpft sind.» Dazu gehörten schließlich auch Schwangere,

Vorerkrankte und andere Gruppen. «Für uns ist nicht nachvollziehbar,
weshalb kürzlich negativ Getestete nun anders als Geimpfte und
Genesene behandelt werden sollten. Zudem befürchten wir einen
Flickenteppich an Regelungen, der kaum zu überschauen ist und bei
Unternehmern wie Kunden für Frustration sorgt.»

In der Praxis sähen viele hessische Betriebe auch offene rechtliche
Fragen als Hindernis, so der Geschäftsführer. Das gelte vor allem für

den Umgang mit Angestellten und die Frage, ob diese geimpft oder
genesen sind. «2G für Kunden und 3G für Mitarbeiter - das passt nicht

zusammen.» 3G bedeutet geimpft, genesen oder getestet.