Ein Jahr nach Schweinepest-Ausbruch: Kampf gegen Seuche geht weiter

10.09.2021 12:51

Potsdam (dpa) - Ein Jahr nach dem ersten Auftreten der Afrikanischen
Schweinepest in Deutschland (ASP) geht der Kampf gegen die
Virusseuche weiter. «Das Ausbruchsgeschehen ist weiterhin dynamisch
und der Infektionsdruck aus Polen bleibt hoch», sagte der
parlamentarische Staatssekretär im Agrarministerium, Uwe Feiler, am
Freitag in Berlin.

Aktuell seien in Deutschland 2070 betroffene Wildschweine erfasst,
davon 1622 in Brandenburg und 448 in Sachsen. In Brandenburg habe man
die Schweinepest zudem in zwei Kleinstbeständen und in einem
Bio-Betrieb mit 200 Schweinen bei Hausschweinen nachgewiesen.

Der erste Verdachtsfall war am 9. September 2020 wenige Kilometer von
der deutsch-polnischen Grenze in Brandenburg bestätigt worden.

Die bisherigen Maßnahmen hätten die Schweinepest «auf eng begrenzten

Gebieten in Brandenburg und Sachsen halten können», sagte Feiler. Bis
auf die drei Betriebe innerhalb der eingerichteten Sperrzonen seien
die Hausschweinebestände bislang frei von der Infektion.

Eine Herausforderung bei der Bekämpfung bleibe die Koordination mit
Polen. Der Präsident des Friedrich-Löffler-Instituts, Professor
Thomas Mettenleiter, wies auf einen «großräumigen Infektionsdruck aus

dem Osten» hin, der nicht mit «punktförmigen Einträgen in die
Tschechische Republik und nach Belgien vergleichbar» sei. «Die
Bekämpfung der ASP in Deutschland wird kein Sprint, sondern ein
Langstreckenlauf.»

Staatssekretär Feiler benannte auch die negativen Auswirkungen für
die Fleischindustrie. Seit Auftreten der Seuche sei der Fleischexport
in viele Drittländer nicht möglich gewesen. Inzwischen sei er aber
etwa mit Ländern wie Kanada, Singapur oder Vietnam wieder angelaufen.
Auch mit China führe man «intensive Gespräche».

Für kommenden Mittwoch hat Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) die
Unternehmen der Fleischbranche zu einem Gespräch zur Situation auf
dem Schweinemarkt geladen. Dabei wird den Angaben zufolge die
Vermarktung gesunder Schweine aus den betroffenen Gebieten eine
wichtige Rolle spielen.