Astrazeneca-Impfstoff auch in MV nur noch für über 60-Jährige

30.03.2021 20:23

Schwerin (dpa/mv) - Der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca
wird auch in Mecklenburg-Vorpommern nur noch für Personen genutzt,
die über 60 Jahre alt sind. Das Land folge damit einer Empfehlung der
Ständigen Impfkommission, teilte Gesundheitsminister Harry Glawe
(CDU) am Dienstag nach Beratungen mit seinen Amtskollegen in Bund und
Ländern mit. Dafür müssten die Terminplanungen teilweise angepasst
werden. «Oberste Priorität ist es, das Impfen weiter am Laufen zu
halten und weitere Impftermine zu vergeben», betonte der Minister.

Probleme bei der Kühlung und Unklarheiten beim Einsatz des
Astrazeneca-Wirkstoffs hatten im Nordosten zuvor schon für Verzug
beim Impfen gesorgt. Laut Glawe sollen die in den Impfzentren bereits
vereinbarten Termine möglichst beibehalten werden. «Dort wo
Astrazeneca für unter 60-Jährige vorgesehen war, werden diese nun auf
Biontech/Pfizer oder Moderna umgebucht», kündigte der Minister an.

Hintergrund für die neuerliche Diskussion um den Impfstoff sind
Hirnvenenthrombosen, die zuletzt im zeitlichen Zusammenhang mit
Impfungen aufgetreten waren, vorwiegend bei Frauen unter 55 Jahren.
Darauf hatte die Impfkommission regiert.

In Deutschland sind laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bislang 31 Fälle
einer Sinusvenenthrombose nach der Impfung mit dem Impfstoff von
Astrazeneca bekannt. In neun Fällen war der Ausgang tödlich, wie das
für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut berichtete.
Nach dem Tod einer 49 Jahre alten Frau in Rostock sollte eine
Obduktion zeigen, ob es auch in diesem Falle einen Zusammenhang mit
der Corona-Impfung gab.

Laut Glawe hat Mecklenburg-Vorpommern bislang rund 312 000 Impfdosen
erhalten: 213 500 von Biontech/Pfizer, 21 600 von Moderna sowie 76
800 von Astrazeneca. 166 000 Menschen hätten eine Erstimpfung
bekommen, 72 000 auch schon die erforderliche Zweitimpfung,
vorwiegend mit Biontech. Zur Zweitimpfung für Menschen, die als erste
Dosis Astrazeneca erhalten haben, will die Impfkommission bis Ende
April eine Empfehlung geben.