Prioritätenliste beim Grünen Pass für Reisefreiheit bald nach Ostern

29.03.2021 17:55

Wien (dpa) - Zahlreiche EU-Staaten wollen bald nach Ostern eine
Prioritätenliste zur Umsetzung des sogenannten Grünen Passes für
Urlaubsreisen vorlegen. Das Projekt solle europaweit einheitlich,
grenzübergreifend und leicht verwendbar verwirklicht werden, sagte
Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger am Montag in
Wien. Das EU-Dokument soll Impfungen gegen das Coronavirus sowie
Tests oder überstandene Infektionen fälschungssicher registrieren und
unter anderem das Reisen erleichtern.

Köstinger sagte, bis zum Sommer solle trotz Corona-Krise das
grenzenlose Reise in der EU wieder möglich werden. Gerade bei den
Einreisebestimmungen, die jeder Staat für sich selbst festlege, müsse
eine Harmonisierung der Kriterien erfolgen, so Köstinger nach dem
Online-Treffen mit zwölf Amtskolleginnen und -kollegen unter anderem
aus Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland.

So müsse unter anderem geklärt werden, ob - und wenn ja in welchem
Zeitraum - ein negativer Test zur Einreise ausreiche, hieß es.
Österreich als eines der besonders vom Tourismus abhängigen Länder
hat das EU-weite Projekt vorangetrieben. «Der Grüne Pass soll auf
jedem Flughafen und in jedem Hotel in Europa gültig und lesbar sein»,
sagte Köstinger.

Deutschland stehe voll hinter dem Ziel der EU, den sogenannten Grünen
Pass bis zum 1. Juni 2021 umzusetzen, sagte der deutsche
Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß. Mittels eines Barcodes werde die
Grundlage für Sicherheit und Freiheit geschaffen. «Damit ist wieder
vieles denkbar», so Bareiß. Der neue Pass müsse für alle Menschen
zugänglich sein. «Das betrifft den technischen Zugang, aber auch die
Tatsache, dass wir schnell allen Menschen ein Impfangebot machen
müssen», sagte Bareiß.

Der gesamte Zeitplan sei sehr ambitioniert, sagte Köstinger. Auf
europäischer Ebene soll der Grüne Pass zum 1. Juni kommen. In
Österreich ist geplant, eine erste Stufe Ende April abzuschließen.
Dann sollen in dem Zertifikat negative Corona-Tests erfasst werden.
Dies kann beispielsweise den Besuch bei Friseuren ermöglichen.