Corona-Lage spitzt sich zu - mehr als 700 Neuinfektionen

26.03.2021 17:27

Selbst die Landeshauptstadt muss wegen hoher Infektionswerte nun die
Corona-Regeln verschärfen. Ein Rückgang der Inzidenz im Land ist
nicht absehbar. Das Land schickt derweil hunderttausende Schnelltests
an die Kitas.

Berlin/Magdeburg (dpa/sa) - Das Coronavirus breitet sich in
Sachsen-Anhalt weiter schneller aus als in den meisten anderen
Bundesländern. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der
Infektionen pro Woche und 100 000 Einwohner für das Land am Freitag
mit 136,8 an. Damit verharrte die sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz
nahezu auf dem Wert des Vortages (136,6).

Deutschlandweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag bei 119,1.
Nur fünf der 16 Bundesländer hatten einen Wert unter 100. Höher als
in Sachsen-Anhalt lag die Inzidenz am Freitag nur in den
Nachbarländern Sachsen (169,1) und Thüringen (221,5).

Das Gesundheitsministerium gab die Inzidenz für Sachsen-Anhalt am
Freitagnachmittag sogar mit 148,9 an. Es erfasst die Zahlen in
anderen Zeiträumen als das RKI. Zwischen Donnerstag und Freitag
erfuhr das Ministerium von 734 Neuinfektionen - das waren 90 mehr als
einen Tag zuvor. Drei weitere Menschen starben im Zusammenhang mit
einer Covid-Erkrankung.

Die Inzidenzen erreichen dabei längst nicht mehr nur im Süden des
Bundeslandes kritische Werte. Auch in der Landeshauptstadt Magdeburg,
lange einer der Kreise mit den niedrigsten Infektionswerten in
Sachsen-Anhalt, lag die Inzidenz am Freitag bereits am dritten Tag in
Folge über 100, am Freitag laut RKI bei 125. Gemäß der
Corona-Verordnung des Landes verschärfte die Stadt die
Kontaktbeschränkungen deshalb am Freitag: Ab sofort sind in
Magdeburg, wie in vielen anderen Kreisen auch, nur noch Treffen mit
einer Person, die nicht aus dem eigenen Haushalt stammt, erlaubt.

Inzwischen hat etwa jeder zehnte Sachsen-Anhalter eine erste Impfung
bekommen, die Quote stieg nach weiteren 9722 Erstimpfungen auf 10,1
Prozent. 3,9 Prozent der Menschen im Land haben bereits ihre zweite
Impfung bekommen.

Neben dem Impfen verspricht sich das Land vor allem von einer
Ausweitung der Teststrategie positive Effekte auf die Ausbreitung des
Virus. Am Freitag schickte das Gesundheitsministerium die ersten
Schnelltests an Kitas, bis Ostern sollen die Einrichtungen 300 000
Testkits bekommen haben.

Sie sollen den Eltern übergeben werden, die ihre Kinder dann zu Hause
testen können. Montag und Dienstag sollen die Kitas mit den Tests
beginnen, geplant sind zwei Tests pro Woche und Kind. Fällt der
Schnelltest positiv aus, muss er mit einem PCR-Test bestätigt werden.