Corona-Impfstoffbestellung für Hausarztpraxen möglich

26.03.2021 16:53

Erfurt (dpa) - Hausärzte in Thüringen können nach Angaben der
Kassenärztlichen Vereinigung (KV) jetzt Impfstoff für die
Corona-Schutzimpfung in ihren Praxen bestellen. Die Praxen seien
darüber in einem Schreiben informiert worden, teilte eine Sprecherin
der KV am Freitag mit. Aus dem Schreiben geht hervor, dass die Ärzte
pro Woche maximal 30 Impfdosen in einer Apotheke ihrer Wahl ordern
können. Eingesetzt wird das Mittel von Biontech/Pfizer. Die erste
Lieferung mit Impfstoff solle voraussichtlich in der Woche nach
Ostern - am 6. oder 7. April - in den Praxen eintreffen.

Dafür müssen die Bestellungen bis zum kommenden Dienstag (30. März)
eingegangen sein, ab 30. März kann laut KV dann wöchentlich bestellt
werden. Steht nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, soll der
vorhandene so verteilt werden, dass alle Praxen die gleiche Menge
erhalten.

Zunächst sollen Menschen im höheren Lebensalter geimpft werden - auch
im Hausbesuch. Die KV verwies die Praxen darauf, dass die
Impfrangfolge (Priorisierung) einzuhalten sei. Nach der Belieferung
haben die Praxen fünf Tage Zeit, das Vakzin zu verbrauchen.
Impftermine vergeben die Praxen selbst, eine zentrale Einladung gibt
es nicht. Die Impfwilligen müssen sich auch nicht an die oft
überlastete Vergabehotline oder das Thüringer Online-Terminportal
wenden. Dort gibt es nur Termine für die Impfstellen und -zentren.

Laut KV haben zunächst rund 800 der rund 1500 Hausärzte in Thüringen

Interesse an der Corona-Impfung in ihren Praxen bekundet.
Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete dies als einen
wichtigen Schritt in Richtung Normalität. Sie sei sich sicher, «dass
die Hausärzte den begonnenen Weg, die Risikogruppen zuerst zu impfen,
sehr verantwortungsbewusst fortsetzen werden», erklärte sie am
Freitag.

Anders als Pflegeheimbewohner waren etwa zu Hause lebende
Pflegebedürftige bislang auf die Impfstellen angewiesen, was vor
allem für körperlich beeinträchtigte Menschen oft problematisch oder

unmöglich war. In Thüringen hatten bis Freitag 11,3 Prozent der
Menschen zumindest die Erstimpfung erhalten, den kompletten Schutz
aus Erst- und Zweitimpfung hatten 5,2 Prozent der Menschen.