EU-Behörde gibt grünes Licht für zwei neue Impfstoff-Werke

26.03.2021 14:37

Amsterdam/Brüssel (dpa) - Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA)
hat am Freitag zwei Produktionsstandorten von Corona-Impfstoffen in
Deutschland und den Niederlanden die offizielle Zulassung erteilt.
Das Werk in Marburg produziert den Impfstoff von Pfizer/Biontech. Die
Firma Halix im niederländischen Leiden stellt das Präparat von
Astrazeneca her. Mit der Entscheidung könnten nun auch Engpässe bei
der Bereitstellung des Astrazeneca-Impfstoffs kurzfristig erleichtert
werden, da die vorproduzierten Impfdosen schnell ausgeliefert werden
könnten. Beide Firmen haben bisher schon produziert, durften aber
ohne EMA-Zulassung nicht ausliefern. Unbekannt ist, wie groß die
Vorräte sind.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides begrüßte die Zulassung
und hofft, dass wenigstens ein Teil der Lieferrückstände von
Astrazeneca wettgemacht werden kann. «Wir erwarten jetzt, dass die
Impfstoffe, die in diesem Werk hergestellt werden, in den nächsten
Tagen an die EU-Mitgliedsstaaten ausgeliefert werden, als Teil der
vertraglichen Verpflichtung und der Zusagen von Astrazeneca an die
Bürger Europas», erklärte die Kommissarin in Brüssel. Einige
EU-Staaten seien von den «enttäuschenden Lieferkürzungen» des
britisch-schwedischen Herstellers stark betroffen.

Das Unternehmen hatte wiederholt seine Zusagen gekürzt und nun bis
zum 30. März 30 Millionen Dosen versprochen, ausgeliefert wurden aber
erst 17 Millionen. Unklar ist aber, ob die von Halix produzierten
Impfdosen auch an die EU geliefert werden oder ob sie für
Großbritannien vorgesehen sind. Die EU kontrolliert aber
Impfstoff-Exporte und kann sie notfalls untersagen. Halix produziert
bereits seit Wochen den Impfstoff, doch hatte erst kürzlich bei der
EMA die Zulassung für die EU beantragt.

Bisher war für die Produktion von Astrazenca in der EU nur ein Werk
in Belgien offiziell zugelassen. Der Impfstoff wird auch in den USA
und in Großbritannien hergestellt. Durch die Zulassung des Werkes in
Marburg kann auch die Produktion des Pfizer/Biontech-Wirkstoffes
erhöht werden.