Africa CDC: Ebola-Ausbruch in Guinea hat Verbindung zu Epidemie 2014

25.03.2021 13:12

Addis Abeba (dpa) - Der neue Ebola-Ausbruch im westafrikanischen
Guinea hängt der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa
CDC zufolge mit dem verheerenden Ausbruch von 2014/2015 zusammen. Der
derzeitige Ausbruch sei das Ergebnis des Wiederauflebens eines
Erregerstamms, der damals in Westafrika zirkulierte, sagte am
Donnerstag Merawi Aragaw, der bei der Africa CDC das Ebola-Team
leitet. Das hätten Gensequenzierungen ergeben. «Das ist eine wirklich
große Sorge.» Dies bedeute, dass das Virus länger im Körper von ein
em
Menschen, der sich mit Ebola infiziert habe, überleben könne, als
bislang gedacht. «Es ist schockierend, nach fünf Jahren solch ein
Wiederaufflammen des Ausbruchs zu sehen.»

Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab am gleichen Tag eine
«wichtige Etappe» bei der Bekämpfung des jüngsten Ausbruchs bekannt
.
Seit dem 4. März habe es keine neuen Fälle mehr in Guinea gegeben,
sagte der regionale WHO-Repräsentant Georges Ki-Zerbo, der von einer
ermutigenden Entwicklung sprach. Der letzte bestätigte Fall sei nun
entlassen worden. Ki-Zerbo führte das unter anderem auf die schnelle
Reaktion der gut geschulten medizinischen Teams zurück.

Noch müssten viele Fragen beantwortet werden, sagte Merawi mit Bezug
auf Zusammenhänge zwischen den beiden Ebola-Ausbrüchen. Etwa müsse

geklärt werden, ob es sich um eine andauernde unentdeckte
Infektionskette handele - oder eher um eine anhaltende chronische
Infektion in einem Menschen, die sich zu einem neuen Ausbruch
entwickeln konnte. Es würden derzeit weitere Untersuchungen gemacht.

Bei dem bislang folgenschwersten Ebola-Ausbruch waren 2014/2015 in
Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 11 000 Menschen ums Leben
gekommen. Vor einem Monat gaben die Behörden in Guinea eine neue
Epidemie bekannt. Zudem verkündete jüngst das zentralafrikanische
Land Kongo einen neuen - den inzwischen zwölften - Ausbruch. Laut
Merawi wurden in den beiden Ländern bislang 30 Fälle festgestellt, 12
im Kongo und 18 in Guinea. Eine Ebola-Infektion führt meist zu hohem
Fieber und inneren Blutungen und ist lebensgefährlich.