Gottesdienste zu Ostern unter Corona-Auflagen - keine Prozessionen

25.03.2021 13:14

Ostern ist für Christen das wichtigste Fest im Kirchenjahr. Die
Nachricht, dass Ostergottesdienste stattfinden dürfen, ist für
Gläubige eine frohe Botschaft während der Corona-Pandemie.
Verschiedene Auflagen müssen jedoch eingehalten werden.

München (dpa/lby) - Mit Erleichterung reagierten die Katholische und
die Evangelische Kirche in Bayern auf die Erlaubnis, in diesem Jahr
wieder Ostergottesdienste in Präsenz stattfinden zu lassen, nachdem
sie 2020 wegen der Pandemie ausgefallen waren. Es gelten strikte
Zugangsbeschränkungen und Hygienemaßnahmen. Traditionelle
Palmprozessionen finden am Palmsonntag - dem Sonntag vor Ostern -
allerdings vielerorts nicht statt.

Im Rahmen der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung könnten
Ostergottesdienste stattfinden, sie sollen «weiterhin uneingeschränkt
zulässig» sein, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am
Mittwochabend nach einem Gespräch mit Vertretern der christlichen
Kirchen und dem Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden.

An Präsenz-Gottesdiensten können weniger Menschen als sonst
teilnehmen, teilweise ist eine vorherige Anmeldung nötig. Deshalb
werden viele Gottesdienste live im Internet übertragen - das hat auch
die Staatsregierung empfohlen.

«Ich bin froh und dankbar, dass wir an Ostern, unserem wichtigsten
Fest und Kern unseres Glaubens, in diesem Jahr auch wieder gemeinsam
Gottesdienste in Präsenz feiern können, wenn auch unter
Einschränkungen», sagte Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von
München und Freising am Donnerstag.

Auch der Passauer Bischof Stefan Oster begrüßte die Regelung. «Gerade

Ostern ist das Hoffnungsfest schlechthin. Wir feiern den Sieg des
Lebens über das Leiden und den Tod. Das ist doch gerade in dieser
Pandemie-Zeit so herausragend wichtig - vor allem für einen gläubigen
Menschen.» Zudem hätten die Kirchen spätestens an Weihnachten
gezeigt, dass von Gottesdiensten keine Gefahr ausgehe, vielmehr
könnten sie Trost und Heilung für die Seele schenken.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm betonte das
umsichtige Vorgehen der Gemeinden bei Präsenzgottesdiensten und
verwies auf digitale Angebote. «Das alles wird dazu beitragen, dass
die Hoffnungsbotschaft von Ostern viele Menschen erreichen wird. Wir
haben diese Hoffnungsbotschaft selten so sehr gebraucht wie heute.»

Weniger Menschen als sonst können persönlich in die Kirchen kommen.
Im Münchner Liebfrauendom sollen etwa zum Pontifikalamt und zu den
Karmetten mit Kardinal Reinhard Marx laut erzbischöflichem Ordinariat
130 Menschen zugelassen sein. Sonst kommen dort zu Gottesdiensten an
Weihnachten und Ostern weit über 1000 Gläubige. Bei der Messe vom
Letzten Abendmahl im Dom ist die Fußwaschung gestrichen.

Auch wird es am Münchner Dom am Palmsonntag nicht wie üblich eine
Prozession um den Dom und eine Segnung von Palmzweigen am Dombrunnen
geben, wie das Erzbistum München und Freising mitteilte. Die Segnung
der Palmzweige finde dafür im Dom statt.

Wie es in der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag aussieht,
hängt davon ab, ob es in der Region wegen einer hohen Inzidenz eine
Ausgangssperre gibt. Dann seien Gottesdienste so anzusetzen, dass
Besucher vor Beginn der Ausgangssperre zuhause sein könnten oder erst
nach Ende der Ausgangssperre daheim aufbrechen müssen, hieß es etwa
aus der Diözese Würzburg. Traditionell feiern die Gläubigen die
Auferstehung Jesu Christi am späten Abend des Karsamstags oder am
frühen Morgen des Ostersonntags.

Im Münchner Liebfrauendom soll die Feier der Osternacht mit Kardinal
Marx nach dem bisherigen Plan um 21.00 Uhr beginnen. Die Taufe von
sechs Erwachsenen wurde jedoch abgesagt, wie das Erzbistum mitteilte.

Die Evangelische Landeskirche verwies darauf, dass - anders als an
Weihnachten - keine generelle Anmeldepflicht bestehe, lediglich wenn
eine Auslastung der Kapazitäten in einer Kirche zu erwarten sei. Der
Landeskirchenrat empfiehlt Gottesdienstbesuchern, sich vorher
freiwillig mit einem Schnelltest auf eine Corona-Infektion zu testen.
Die Kirchengemeinden könnten Schnelltests kaufen, die Kosten dafür
erstatte die Landeskirche, hieß es.