Nordhessischer Landrat verstößt gegen Impfreihenfolge
Eschwege (dpa/lhe) - Der Landrat des nordhessischen
Werra-Meißner-Kreises, Stephan Reuß, hat zugegeben, gegen die
festgelegte Corona-Impfreihenfolge verstoßen zu haben. Als Erklärung
gab der SPD-Politiker am Dienstag an, nach der Impfung der Bewohner
eines Seniorenheims seien noch Impfdosen übrig gewesen. Der Impfstoff
habe innerhalb kurzer Zeit gespritzt werden müssen. Eine Liste von
möglichen Nachrückern sei abgearbeitet gewesen. So hätten er und der
Erster Kreisbeigeordnete eine Spritze bekommen.
«Uns ist bewusst, dass dies dem Vertrauen in die Politik schaden kann
und (wir) entschuldigen uns dafür», sagte Reuß. «Für uns war von
Anfang an klar, dass wir niemandem eine Impfung wegnehmen oder uns
vordrängeln werden.» Beide Politiker hätten daher die Zweitimpfung
abgelehnt, die für den Corona-Impfschutz erfolgen muss. «Wir selbst
gelten formal als ungeimpft und werden uns dann impfen lassen, wenn
wir an der geplanten Reihe sind.» Die Impfung war nach Angaben des
Kreises bereits Ende Dezember, also gleich nach Beginn der Impfungen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte jüngst angekündigt,
Sanktionen gegen Menschen zu prüfen, die sich bei Impfungen gegen das
neue Coronavirus unrechtmäßig vordrängeln.
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