Lehrer dürfen in den Herbstferien auch in Corona-Risikogebiete reisen

17.10.2020 05:30

Auch viele Lehrer wollen die Herbstferien für einen Urlaub nutzen.
Reisebeschränkungen für sie hat das Land als ihr Dienstherr nicht
ausgesprochen - dabei könnte das zu Einschränkungen nach den Ferien
führen.

Erfurt (dpa/th) - Für Lehrerinnen und Lehrer gibt es mit Blick auf
die Herbstferien keine Vorschriften, die ihnen das Reisen in
Corona-Risikogebiete untersagen. Das gilt trotz der Gefahr, dass sie
nach einer Reise eventuell vorübergehend ihren Dienst nicht wie
üblich ausüben können. Weil Lehrer, die in den Ferien privat in ein
ausländisches Corona-Risikogebiet reisten, den geltenden Verordnungen
zufolge nach ihrer Rückkehr in Quarantäne müssten, habe das Land fü
r
sie Möglichkeiten geschaffen, von zu Hause aus zu arbeiten, sagte ein
Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums der Deutschen
Presse-Agentur. «Weitere generelle arbeits- oder
disziplinarrechtliche Konsequenzen hat die Einreise in ein
Risikogebiet nicht.» An diesem Wochenende beginnen die Ferien.

Allerdings könne es bei verbeamteten Lehrern im Einzelfall sein, dass
bei ihnen geprüft werde, ob sie gegen ihre Pflicht zur
Gesunderhaltung verstoßen hätten, wenn sie wissentlich in ein
ausländisches Corona-Risikogebiet einreisten, sagte der Sprecher. Da
dem Ministerium bislang aber keine solchen Fälle bekannt seien,
handle es sich dabei um eher theoretische Überlegungen. Diese gelten
nach Angaben des Sprechers ohnehin nur für Corona-Risikogebiete
außerhalb Deutschlands, weil es für Reiserückkehrer aus
innerdeutschen Corona-Reisegebieten in Thüringen zumindest bislang
keine Quarantäneregeln gibt.

Auch von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Thüringen
hieß es, dort habe man keine Kenntnis davon, dass Lehrer in
ausländischen Corona-Risikogebieten Ferien gemacht hätten. «Uns
liegen auch keine Rechtsanfragen bezüglich möglicher
dienstrechtlicher Konsequenzen vor», sagte ein Sprecher der
Gewerkschaft.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) sagte, im Kampf
gegen die Pandemie seien alle Menschen unabhängig von ihren Berufen
gefragt. «Selbstverständlich setzen wir auf die Verantwortung jedes
einzelnen Bürgers und jeder einzelnen Bürgerin, sich angesichts der
an vielen Orten wieder aufflammenden Pandemie umsichtig und sorgsam
zu verhalten und die jeweils geltenden Regeln einzuhalten, im eigenen
Interesse, aber auch im Interesse der Allgemeinheit», sagte Holter.