Maas: Dürfen Fehler aus dem Frühjahr an der Grenze nicht wiederholen

15.10.2020 13:42

Paris (dpa) - Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat vor erneuten
Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. «Ich glaube,
wir haben im Frühjahr dieses Jahres alle schlechte Erfahrungen
gemacht mit der zu schnellen Schließung von Grenzen - sowohl an der
deutsch-polnischen als auch an der deutsch-französischen Grenze»,
sagte Maas am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem französischen
Amtskollegen Jean-Yves Le Drian und dem polnischen Außenminister
Zbigniew Rau in Paris.

«Wir wissen, dass es viele Pendler gibt, die zwischen unseren Ländern
hin- und herfahren - zur Arbeit. Und deshalb wollen wir die gemachten
Fehler nicht noch einmal wiederholen», sagte Maas weiter. Das sei für
die Menschen, die in der Grenzregion leben, außerordentlich wichtig.
Maas betonte, dass er selber aus einer Grenzregion komme - dem
Saarland. Man müsse dafür sorgen, dass es auf der einen Seite nicht
wieder praktische Probleme gebe und auf der anderen Seite keine
unnötigen Diskussionen zwischen den Grenzbewohnern dies- und jenseits
der Grenze.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Deutschland Grenzkontrollen
wiedereingeführt - an vielen Grenzen zu den Nachbarländern kam es zu
Chaos. Grenzgänger, die im jeweils anderen Land arbeiteten, durften
die Grenze zwar passieren - da ein Großteil der Übergänge aber
geschlossen war, kam es zu langen Staus und Wartezeiten. Außerdem
mussten die Menschen Ausgangsbescheinigungen und Nachweise über den
Arbeits- oder Wohnort mit sich führen. Unverheiratete Paare und auch
Familien waren über Wochen getrennt. Erst Mitte Juni wurden die
Regeln für eine Einreise wieder gelockert.

In Frankreich entwickelt sich die Corona-Lage alarmierend - die
Fallzahlen sind sehr hoch. Für fast das gesamte Land gilt eine
Reisewarnung - die französische Region Grand Est an der deutschen
Grenze ist davon bisher noch ausgenommen. Maas, Le Drian und Rau sind
in Paris zum Gesprächsforum Weimarer Dreieck zusammengekommen.
Zuletzt hatte es vor vier Jahren ein Treffen auf Ebene der
Außenminister gegeben.