Tobias Hans : Harte Maßnahmen sind nötig

14.10.2020 23:11

Berlin/Saarbrücken (dpa) - Der saarländische Ministerpräsident Tobias

Hans (CDU) hat die neuen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie
verteidigt und die Bürger zu mehr Disziplin aufgerufen. «Ich glaube,
die Maßnahmen sind geeignet, einen weiteren Lockdown zu verhindern,
wenn sich alle daran halten», sagte er am späten Mittwochabend zu den
Beschlüssen von Bund und Ländern in Berlin. «Zu viele waren zu
sorglos in den letzten Wochen, sonst hätte es diese Infektionen nicht
gegeben.» Zur Diskussion über Beherbergungsverbote, in der es keine
Einigung gab, betonte Hans: «Wir für das Saarland jedenfalls werden
von Beherbergungsverboten ab sofort Abstand nehmen.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten
verständigten sich auf einheitliche Regeln für Städte und Regionen
mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der
Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern,
Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für
die Gastronomie.

Saarlands Ministerpräsident betonte: «Es braucht jetzt ein
Zusammenreißen, es braucht einen Abstand, es braucht mehr Hinwendung
zu Hygienemaßnahmen und es braucht leider auch dort, wo Hotspots
eingetreten sind, eine Reduzierung von persönlichen Kontakten. Es
braucht mehr Masken.»

Das seien harte Maßnahmen, die die Bürger einschränken. «Aber sie
sind geeignet, das Ruder herumzureißen», sagte Hans. Anderenfalls
drohten Kontaktbeschränkungen auf fünf Personen im privaten Bereich,
wie es sie bereits im März und April gegeben habe. «Wir werden alles

daran setzen, das zu vermeiden.»

Diese Maßnahmen träfen die Wirtschaft «nochmals sehr stark», vor
allem Gastronomie, Catering und Veranstaltungsbranche. Deswegen solle
diesen Bereichen «gezielter und besser» geholfen werden.

Hans bekräftigte seine Kritik an den Beherbergungsverboten. Diese
Verbote hätten sich «nicht bewährt». Mittlerweile seien weite Teile

Deutschlands davon betroffen. Er sei froh, dass zum Ende der
Herbstferien in allen Bundesländern diese Maßnahme evaluiert werden
soll: