«Fühle mich gut»: Trainer Herrlich kehrt nach Erkrankung zurück Von Josefine Kaukemüller, dpa

14.10.2020 13:04

Der Augsburger Trainer Heiko Herrlich ist nach seiner
Lungenerkrankung wieder genesen und heiß auf sein Comeback zum
Spitzenspiel gegen Leipzig. Am Samstag will er «voll aktiv an der
Linie sein». Einen Rat geben ihm die Ärzte mit auf den Weg.

Augsburg (dpa) - Eine lange Verschnaufpause hat sich Heiko Herrlich
nicht genehmigt. Schon wenige Stunden nach seiner Entlassung aus der
Klinik stand der Trainer des FC Augsburg wieder auf dem Platz. Nach
seiner Lungenerkrankung freut sich der 48 Jahre alte Fußball-Lehrer
nun zum Bundesliga-Spitzenspiel gegen RB Leipzig am Samstag auf sein
Stadion-Comeback. «Ich fühle mich gut», versichert der Coach. «Es i
st
mit den Ärzten besprochen, dass ich wieder voll dabei sein kann.»

Ein Pneumothorax, eine Ansammlung von Luft zwischen Lunge und
Brustwand, hatte Herrlich Anfang Oktober in eine mehr als einwöchige
Pause getrieben. Ein wegen eines Stechens in seiner Brust
durchgeführter Test zeigte, «dass ein Lungenflügel quasi nicht mehr
da war», sagt er rückblickend. Weil die Ärzte ihm versichert hätten
,
dass die Erkrankung gut behandelt werden könne, habe er sie aber
«nicht als etwas ganz Schlimmes wahrgenommen.»

Im Krankenhaus bekam er eine Drainage gesetzt, es folgte eine
Operation. Am Montag konnte er dann die Klinik verlassen. Seiner
Rückkehr auf die Trainerbank des Tabellenzweiten Augsburg gegen
Spitzenreiter Leipzig stehe zwar nichts im Wege, so Herrlich. «Ich
werde voll aktiv an der Linie sein. Wenn mir mal die Luft weg bleibt,
habe ich sehr gute Stellvertreter.» Einiges müsse er nach der
Erkrankung aber beachten: «Ich soll aber schauen, dass ich nicht zu
häufig schreie.»

Vor wenigen Tagen im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg hatte
Herrlich-Assistent Iraklis Metaxas seinen Chef an der Seitenlinie
vertreten. Beim 0:0 hatte die Augsburger Elf nach zwei Siegen zum
Saisonauftakt die ersten Punkte liegen gelassen.

Es war nicht die erste Begegnung seiner Augsburger gegen die «Wölfe»,

die Herrlich nicht von der Bank aus verfolgen konnte: Im Mai hatte
der zwei Monate zuvor als Trainer verpflichtete 48-Jährige sein Debüt
bei den Schwaben zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der
Corona-Pause verpasst - wegen einer selbst auferlegten Zwangspause
nach einem Verstoß gegen die Pandemie-Regeln.

Jetzt zwang ihn die Gesundheit zu einer Pause. Schon früh merkte
Geschäftsführer Stefan Reuter in dieser Zeit, dass dem Coach «fast
schon etwas langweilig ist». Und mit ein bisschen Abstand kann auch
Herrlich sogar etwas scherzen. Von einem Pneumothorax seien häufig
junge Männer betroffen, die groß und schlank sind, sagte er. «Ich
empfinde das als Kompliment.»