Prien lehnt längere Winterferien ab

13.10.2020 11:57

Sinnvolle Abwehrmaßnahme gegen Corona oder eine überflüssige Debatte?

Die Kieler Bildungsministerin Prien jedenfalls ist gegen eine
Verlängerung der Winterferien. Auch für die SPD wäre dies keine
Lösung.

Kiel/Berlin (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin
Prien hat sich gegen eine Verlängerung der Winterferien als
Schutzmaßnahme gegen das Corona-Virus ausgesprochen. «Öffentliche
Schulferiendebatten helfen jetzt niemandem und sind überflüssig wie
ein Kropf», sagte die CDU-Politikerin am Dienstag der Deutschen
Presse-Agentur. Sie reagierte damit auf Vorstöße anderer
Unionspolitiker.

«Wir sollten darüber nachdenken, die Winterferien um zwei bis drei
Wochen zu verlängern und im Sommer entsprechend zu kürzen», sagte der

Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß der «Bild» (Dienstag). Ziel müsse

sein, bestmöglich durch die Pandemie zu kommen. Sein
Bundestags-Fraktionskollege Stephan Pilsinger (CSU) regte sogar bis
zu vier Wochen längere Weihnachtsferien mit entsprechender Kürzung
der Oster- und Sommerferien an. «Das Wohl der Schüler und Lehrer muss
im Vordergrund stehen», begründete er seinen Vorschlag.

Über dieses Thema könnten auch die Ministerpräsidenten der Länder m
it
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch beraten. Schulschließungen
zu vermeiden, gilt als eines der wichtigsten Ziele der
Corona-Maßnahmen.

Gemeinsames Ziel von Bund und Ländern, Kindern, Jugendlichen,
Familien sowie der Wirtschaft sei es, die Schulen für möglichst viele
Schüler offen zu halten, sagte die Kieler Ministerin Prien. Dies
sollte im Regelbetrieb geschehen und falls notwendig, regional oder
punktuell im Hybridbetrieb.

Nach Ansicht des SPD-Bildungspolitikers Martin Habersaat würden
längere Ferien das Problem nicht lösen. «Die Frage, wie in der kalten

Jahreszeit mit den Ansteckungsgefahren in Schulen und Schulbussen
umzugehen ist, bleibt durch die Verlängerung der Winterferien
gänzlich ungelöst», sagte er der dpa. «Schulen können auch nicht
ihre
Abläufe immer spontan an das anpassen, was die Politik sich gerade
ausdenkt.» Warme Kleidung und viel Lüften müssten die Hauptlösung
sein. Wo das nicht gehe oder schwierig sei, müsse über technische
Lösungen zur Reinhaltung der Luft gesprochen werden.

Lehrervertreter und Bildungspolitiker hatten am Montag Schüler und
Lehrer aufgefordert, sich nach den Herbstferien warm anzuziehen. Um
Ansteckungen mit Corona in der Schule zu vermeiden, solle regelmäßig
in relativ kurzen Abständen gelüftet werden.