Corona-Neuinfektionen steigen auch in Thüringen

11.10.2020 15:35

Mit Beginn des Herbstes und dem Sinken der Temperaturen steigen die
Corona-Infektionszahlen - so hatten es Experten vorausgesagt. Die
Einschätzung scheint sich zu bewahrheiten. Auch in Thüringen steigen
die Zahlen - im Vergleich zu anderen Ländern jedoch nicht so stark.

Erfurt (dpa/th) - Der deutliche Anstieg von Corona-Infektionen in
Deutschland macht auch vor Thüringen nicht Halt: Binnen 24 Stunden
wurden im Freistaat 72 Neuinfizierte erfasst. Die Zahl der
Infizierten stieg damit auf 4435, wobei 3930 davon als genesen
gelten, wie aus Daten des Thüringer Gesundheitsministeriums vom
Sonntag hervorgeht. In der ersten Oktoberwoche hatte der Durchschnitt
von Neuinfektionen pro Tag bei 21,6 gelegen und damit den höchsten
Wert seit Anfang Mai erreicht. Im bundesweiten Vergleich gelten die
Thüringer Infektionszahlen allerdings als eher moderat. Seit Beginn
der Pandemie starben im Freistaat 191 Menschen, die sich mit dem
Virus infiziert hatten.

Nach den Daten vom Sonntag kamen in den vergangenen sieben Tagen 10,4
Infizierte auf 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: In Bayern lag dieser
Wert am Sonntag nach Daten des Robert-Koch-Institutes (RKI) bei 24,1
und in Berlin bei rund 58,4.

Bundesweit wurden innerhalb eines Tages nach Angaben des RKI vom
Sonntagmorgen 3483 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen
Sonntag lag die Zahl noch bei 2279. Am Freitagmorgen hatte das RKI
4516 Neuinfektionen gemeldet, am Samstagmorgen sogar 4721. An
Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen
erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle
Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

In Thüringen stand zuletzt vor allem der Saale-Holzland-Kreis beim
Infektionsgeschehen im Fokus. Nach Daten des Landratsamtes vom
Sonntag lag die Zahl der aktiven Infektionsfälle bei 24, in
Quarantäne befanden sich noch 143 Menschen. In Schleiz, der
Kreisstadt des Landkreises, war vor gut einer Woche ein
Corona-Ausbruch in einer Wohnstätte für Menschen mit Behinderung
bekannt geworden. Mehr als 20 Menschen hatten sich infiziert -
darunter auch Mitarbeiter des Heims. Die gesamte Einrichtung wurde
unter Quarantäne gestellt.

Inzwischen ist das Infektionsgeschehen in der Einrichtung nach
Ansicht des Saale-Orla-Kreises aber im Griff. «Die in der Wohnstätte
ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung scheinen zu wirken», erklärte

Amtsarzt Torsten Bossert. Am Mittwoch seien ein zweites Mal Abstriche
für Corona-Tests von allen Heimbewohnern und Mitarbeitern genommen
worden. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass sich das Virus nicht
weiter ausbreiten konnte. Demnach sei nur bei einer Heimbewohnerin
eine Neuinfektion festgestellt worden.